Inspiriert durch Comic

Daniel Goffin ist für Computerspielpreis in den USA nominiert

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Für Preis nominiert: Daniel Goffin mit seinem Spiel „Symmetrain“.

Kassel. Zwar hat Daniel Goffin ein Computerspiel entwickelt, doch den Rekord an seinem Spiel „Symmetrain“ hält längst ein anderer: „Ich bin nicht schlecht, aber auf der Welt gibt es Leute, die besser sind“, sagt Daniel Goffin.

Das Computerspiel, das von einer Zugreise durch Landschaften handelt und von der Darstellung an die Comics von Tim und Struppi erinnert, wurde jetzt für den „Student Showcase Preis“ in San Francisco nominiert.

Die Grundidee für Symmetrain, das nur für Apple-Geräte erhältlich ist, geht laut Goffin auf lange, öde Autofahrten in den Urlaub zurück. „Ich saß mit meinem Bruder gelangweilt auf der Rückbank des Autos“, sagt der 33-jährige Goffin, der sein Kunststudium mit dem Schwerpunkt Visuelle Kommunikation 2003 mit dem Ziel begann, später Trickfilme zu produzieren. Während der Fahrt spielten er und sein Bruder „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Diese Idee ist nun auch im Spiel zu finden, das im Oktober veröffentlicht wurde.

Eine Bahn fährt mittig des Bildschirms stetig durch eine Landschaft. Links und rechts sind beispielsweise Bäume und Windräder zu sehen. Manchmal steht auf einer Seite nur ein Baum, der andere fehlt – deshalb muss dieser weggeklickt werden, damit die Symmetrie wieder stimmt. Mit der Zeit wird der Zug schneller, die Schwierigkeit steigt.

Die Zeichnungen der Elemente sind ebenfalls eine Inspiration aus seiner Kindheit: „Ich habe viel Tim und Struppi gelesen“, sagt er. Das könne man im Spiel wiedererkennen. Inzwischen wurde das Spiel über 110.000 Mal runtergeladen. Reich geworden ist Goffin, der aus dem Ort Pülsen in Schleswig-Holstein kommt, aber nicht. „Aus Werbezwecken haben wir eine Zeit lang kein Geld beim Runterladen genommen“, sagt er. Kostenpflichtig gegen 89 Cent haben es 10.000 Menschen gekauft. „Aber es sind nur 1200 Euro übrig geblieben“, sagt Goffin. Davon ging ein Teil an das Studio, ein anderer an Apple und den Programmierer Philipp Beau.

Da könnte der Hauptpreis finanziell zumindest etwas helfen: Die Nominierung als Kandidat für den Hauptpreis des „Independent Games Festival (IGF)“ ist mit 1000 Dollar dotiert. „Allein das ist schon eine Auszeichnung“, sagt der Absolvent der Kasseler Kunsthochschule. Der Hauptpreis beim IGF für Spieleentwickler wird im März verliehen. Preisgeld: 2000 Dollar.

Und die Chancen stehen womöglich gar nicht so schlecht: Denn das Kasseler „Black Pants Game Studio“ veröffentlichte sein Spiel. Im vergangenen Jahr erhielten die Mitglieder des Studios - Absolventen der Hochschule Kassel (Informatik und Kunst) - den Deutschen Computerspielpreis in Berlin.

Eines stört Goffin derzeit ein wenig: Die Nutzer schrieben in den Spielerezensionen, dass man das Spiel gut in Bus und Bahn spielen könne. „Das find ich nicht so gut. Die Menschen sollen auf Reisen lieber aus dem Fenster schauen“, sagt Goffin.

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