Forscher entwickeln Systeme, die menschliches Verhalten beobachten – Im Gesundheitsbereich einsetzbar

Intelligenter Computer als Schutzengel

Technik zur Vorbeugung: Kasseler Forscher entwickeln intelligente Computersysteme, die menschliche Bewegung deuten sollen.

Kassel. Der alleinstehende Senior vergisst das Trinken. Der Monteur an der Produktionsstraße versäumt es, bei einem Fahrzeug eine Schraube anzuziehen. Der unvorsichtige Skifahrer wird von einer Lawine begraben: Es gibt viele Situationen, in denen menschliches Fehlverhalten böse Folgen haben kann.

Ein intelligentes Computersystem könnte mit der Unterstützung von Sensoren helfen, das Schlimmste zu vermeiden. An solchen Rechenprogrammen, die als Blaupause für die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten dienen könnten, arbeitet Prof. Dr. Bernhard Sick, Leiter des Fachgebiets „Intelligente eingebettete Systeme“ am Fachbereich Elektrotechnik/Informatik der Universität Kassel, mit Hochdruck.

Die automatische Erkennung von menschlichen Aktivitäten habe ein riesiges Potenzial. „Es gibt dafür ein großes Spektrum von Industrieanwendungen und von Dienstleistungen im Gesundheitsbereich“, sagt Sick. Beispielsweise könne ein Computer die Arbeitsschritte eines Fabrikarbeiters protokollieren, der die Qualität der Produktion kontrolliert und bisher auf einer Liste abhakt. Das Vergessen von Kontrollschritten würde dadurch ausgeschlossen.

Sensoren am Körper

Sensoren, die menschliche Bewegungen registrieren können und am Körper getragen werden, sind beispielsweise in Smartphones schon enthalten. Doch die Schwierigkeit für Informatiker besteht darin, aus dem Datenstrom, den solche Sensoren liefern, die wichtigen Signale herauszufiltern und einem bestimmten menschlichen Verhalten zuzuordnen. Nippt der Senior an seiner Tasse, oder kratzt er sich nur am Kinn? Ist der Skifahrer harmlos gestürzt oder von Schneemassen begraben? Den Unterschied in den Signalen machen da nur Nuancen aus.

Bernhard Sick entwickelt im Rahmen eines mit 86 000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Informatik und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) Modelle, die Computern ermöglichen, die Eigenart menschlicher Bewegungen zu „erlernen“. Laborversuche waren schon erfolgreich. Foto:  dpa/Archiv

Von Peter Dilling

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