Zu Gast im Naturkundemuseum: Mit Schülern durch die Mumienausstellung

„Interessant, aber ekelig“

Staunend: (von links) Robin Isenberg, Mohammed Sulati und Laura Schnell stehen vor einer 800 Jahre alten Mumie aus Chile. Das Besondere an der alten Dame ist, dass sie mit zwei Babys mumifiziert wurde und noch echte Haare hat. Fotos: Malmus

Kassel. Staunend stehen Robin, Mohammed und Laura vor der Glasvitrine. Eine 800 Jahre alte Mumie aus Chile hat ihre volle Aufmerksamkeit. Das sah anfangs anders aus. Als die neunte Klasse der Ederseeschule Herzhausen mit lautem Getose die Eingangshalle des Ottoneums auf dem Weg zur Mumienausstellung betritt, geben sich die 14- bis 16-Jährigen noch betont lässig.

„Ich will mal ’nen echten Toten sehen“, grölt einer der Schüler aus der hinteren Reihe. Klassenlehrerin Susanne Arnold ermahnt die Klasse zur Ruhe. Eine Stunde lang führt Ulrike Ortwein die Teenager durch die Welt der Mumien im Kasseler Naturkundemuseum.

„Ich war noch nie im Museum und bin total gespannt, was mich hier erwarten wird“, sagt Mohammed Sulati. Als dann die Schüler die ersten Mumien erblicken, wird so manch einer doch etwas stiller. „Ich finde das schon ziemlich gruselig“, sagt Laura Schnell mit leiser Stimme.

Im nächsten Jahr sollen unter anderem Mumien ein Thema im Geschichtsunterricht werden. „Dieser Ausflug soll die Schüler schon mal ein bisschen vorbereiten“, sagt Lehrerin Arnold. Einige Schüler hätten bereits in Dokumentationen Mumienbeiträge gesehen und seien nun ganz gespannt auf eine echte Mumie.

Schülerin Patricia Lüdde ist da noch etwas skeptisch: „Manche Mumien sehen schon ganz schön ekelig aus“, sagt sie.

Die Neuntklässler sind mittlerweile bei den ägyptischen Mumien angekommen. „Die Ägypter glaubten an ein Leben nach dem Tod, deshalb war für sie die Mumifizierung besonders wichtig“, erklärt Ulrike Ortwein „Es war interessant, aber ein wenig ekelig“, sagt Patricia Lüdde. Sie sei bei manchen Erscheinungen etwas zusammengezuckt.

Obwohl sich viele beim Anblick der Mumien gruseln, wird heute bereits der 10 000. Besucher erwartet. „Wir rechnen zum Jahresbeginn mit einem noch größeren Ansturm, dann ist der Weihnachtmarkt als weiterer Anziehungspunkt weg“, sagt Museumsdirektor Kai Füldner. Die anfängliche Skepsis sei verflogen, und da es eine einmalige Chance sei, die Mumien so nah zu sehen, würden viele das Angebot nutzen. Das nächste Mal sind die Mumien in einem Museum in Los Angeles ausgestellt.

Die Ausstellung ist bis 18. April 2010 im Ottoneum und im Museum für Sepulkralkultur zu sehen: Dienstag bis Samstag 10-17 Uhr, Sonntag 10-18 Uhr, Mittwoch 10-20 Uhr. Eintritt: Erwachsene 5, Kinder 3 Euro. www.naturkundemuseum- kassel.de

Mehr Fotos von der Mumienausstellung im Internet:

www.hna.de/foto

Von Meryl Szerman

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.