Noch immer fehlen Gutachten

Interimslösung: Containerbüros für Salzmann-Mieter?

Kassel. Nach der Stadt kommt nun das Regierungspräsidium (RP) Kassel dem Projektentwickler Dennis Rossing entgegen. Bis Anfang Mai hat der Salzmann-Eigentümer Zeit, ein Gutachten zur Beschaffenheit des Bodens und einen Nachweis über den Entsorgungsweg für belasteten Schutt vorzulegen.

„Wenn bis dahin nichts gekommen ist, werden wir die Räumung des Schutts anordnen“, sagte RP-Sprecher Michael Conrad. Die Kosten würden dem Eigentümer in Rechnung gestellt. Dass die Frist um zwei Wochen verlängert wurde, sei „eine Freundlichkeit unsererseits“, sagte Conrad. Wegen der fehlenden Nachweise hat die Stadt noch keine Baugenehmigung erteilt.

Unterdessen hat Rossing dem Vernehmen nach der HUK Coburg, neben der Stadt Kassel zweiter Hauptmieter, eine Interimslösung angeboten. Das Versicherungsunternehmen will mit 140 Mitarbeitern seines bislang bei der Bruderhilfe an der Kölnischen Straße ansässigen Kundenbetreuungscenters nach Bettenhausen ziehen. Weil sich Sanierung und Umbau verzögern, könnten die Mitarbeiter bis zum Umzug in Bürocontainern auf dem Gelände der Bruderhilfe untergebracht werden.

Der Grundstückseigentümer soll den Plänen bereits zugestimmt haben. Ob die HUK dieses Angebot annimmt oder aus dem Vertrag aussteigt und an anderer Stelle Räume mietet, wie manche bereits befürchten, war am Montag noch offen.

Bisher ist noch keine Entscheidung gefallen“, sagte gestern HUK-Pressechef Thomas von Mallinckrodt. „Wir prüfen mehrere Optionen.“ Die HUK will im Zuge ihres Wachstums bundesweit 160 neue Kundenberatungsstellen schaffen. Wenn die Kasseler Pläne platzten, hieß es bereits im Januar, könnten andere Standorte zum Zuge kommen.

Die Stadt Kassel, die 10.000 Quadratmeter Bürofläche für ein Technisches Rathaus anmieten will, hat ebenfalls Zugeständnisse gemacht. Auf Rossings Wunsch wurde die Frist, in der er vom Mietvertrag zurücktreten kann, um vier Wochen bis Ende April verlängert (wir berichteten).

Nach Rosssing, der 20 Mio. Euro für den Salzmann-Umbau braucht, hatten Anfang März Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) und Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) den Mietvertrag unterzeichnet. Die Stadt will Anfang 2015 mit 350 Mitarbeitern in das Industriedenkmal ziehen.

Von Ellen Schwab

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.