Internationale Waffenbörse in den Messehallen - Sicherheit wird kontrolliert

Kassel. Gerade mal eine Stunde hat die Internationale Waffenbörse geöffnet, schon sind die Parkplätze rund um die Messehallen gut besetzt. Tausende Besucher tummeln sich bereits in den vier Ausstellungshallen.

Begeisterung und Staunen wie bei Kindern vor dem Christbaum ist den meisten ins Gesicht geschrieben. Frauen sieht man so gut wie keine. Prüfend nehmen die Besucher Pistolen, Büchsen und Flinten aus mehreren Jahrhunderten in die Hand, blicken durch Zielfernrohre, stöbern in alten Orden, Frontpostillen und anderen Militaria oder informieren sich über neueste Munition und Jagdausstattung. Und dann wird natürlich gefachsimpelt: „Das ist eine K 98 von 1938“, sagt Andreas Hagen, Sportschütze aus Braunschweig, zu seinem 25-jährigen Sohn Thomas. Kennerhaft nimmt er die Büchse in die Hand und betrachtet sie intensiv. „Eine Sammlerwaffe“, wie Händler Mike Wiegmann aus Hardegsen erklärt. Und Hagen ergänzt: „Eine norwegische Beutewaffe, die später auf Kaliber .308 Winchester umgerüstet wurde.“

Zwei Mal im Jahr

Kassel, da sind sich die Aussteller und Freunde von antiken und modernen Sport- und Jagdwaffen, von Zubehör, Munition, Militärorden und Uniformen einig, ist inzwischen die Top-Börse unter den Waffenausstellungen. Sie findet zum 9. Mal jeweils im November statt. Seit zwei Jahren lädt Veranstalter Wolf Krey zusätzlich im Frühjahr ein zweites Mal im Jahr zur Waffenbörse nach Kassel ein.

Militaria: Claudio Gabriele ist Händler, der auch Nazi-Stücke, wie die Uniform im Vordergrund im Wert von 1600 Euro, anbietet. Sie dürfen legal verkauft werden, wenn die Symbole abgeklebt sind.

Insgesamt 270 Aussteller - davon 100 Waffenhändler - bieten an vier Tagen in den Messehallen ihr Sortiment feil. „Ein neuer Rekord“, sagt Krey. Wie im vergangenen Jahr rechnet er wieder mit 20 000 Besuchern. „Sie kommen aus der ganzen Welt.“ Millionen Euro würden an so einem Waffenbörsen-Wochenende umgesetzt, sagt Krey. „Wo bitte ist hier ein Geldautomat?“, sei eine häufige Frage, die seine Mitarbeiterin Inge Ducke im Ausstellungsbüro beantworten muss.

20.000 Besucher auf Waffenbörse in Kassel erwartet

 © Bernd Schoelzchen
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Keinen verklärten, sondern einen kritisch-professionellen Blick werfen Hartmut Bierwirth vom Ordnungsamt und seine Kollegin Johanna Haase, Sachbearbeiterin für Waffen- und Sprengstoffrecht, auf die Börse. Sie sind vier Tage vor Ort, inspizieren die Händler und überprüfen, ob die Waffen ausreichend diebstahlgesichert sind. In Zusammenarbeit mit der Polizei und Sicherheitsdiensten haben sie ein strenges 24-Stunden-Sicherheitskonzept entwickelt. Probleme habe es in der Vergangenheit nicht gegeben: „Das sind alles offizielle und seriöse Händler. Illegale Waffen werden nicht verkauft.“

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