Internationaler Museumstag in Kassel: Zeitreisen mit vielen Facetten

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Besuchermagnet: Besonders beliebt im Stadtmuseum ist der Raum mit Produkten aus der Nachkriegszeit. Unser Foto zeigt Nicole und Guntmar Steinborn vor einer gut erhaltenen BMW Isetta.

Kassel. Zahlreiche Besucher strömten am Sonntag in die Kasseler Museen. Grund war der 40. Internationale Museumstag, an dem sich allein in Deutschland rund 6500 Museen beteiligt haben.

Auch die Kasseler Einrichtungen öffneten gestern fast ausnahmslos ihre Türen. Eintritt wurde nicht erhoben. Der Tag soll die Vielfalt und kulturelle Bedeutung von Museen aufzeigen und das Interesse an ihnen wecken.

Stadtmuseum

Im Kasseler Stadtmuseum am Ständeplatz herrschte trotz des herrlichen Wetters bereits zur Mittagszeit reger Betrieb. Es befasst sich in drei räumlich abgeteilten Bereichen mit der wechselhaften Geschichte der Stadt, die 913 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Der Titel des ersten Teils lautet „Residenzstadt Kassel“ und widmet sich der Zeit bis ins 19. Jahrhundert. Besonders eindrucksvoll ist der älteste erhaltene Stadtplan aus dem Jahr 1547.

Der zweite Teil trägt den Titel „Aufstieg des Bürgertums“ und erzählt die Geschichte vom langen Kampf um Bürgerrechte und politische Mitsprache, Repressalien und Zensur, Verfassungsgebung und Revolution, französischer und preußischer Annexion. Breiten Raum nehmen natürlich die Industrialisierung und Kassels prominenteste Industriellenfamilie Henschel ein.

Der dritte Teil schließlich ist mit „Krieg und Frieden“ überschrieben und behandelt die Stadtgeschichte vom Ersten Weltkrieg über die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und die Trümmerjahre bis hin zum Berliner Mauerfall. Wer sich ein Bild vom Ausmaß der unvorstellbar großen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg machen will, sollte sich das Modell der ausgebombten und ausgebrannten Stadt anschauen.

Naturkundemuseum

Gut besucht war auch das Naturkundemuseum Ottoneum, das vor allem Kindern einen tiefen Einblick in die heimische Fauna und Flora, aber auch in die Frühgeschichte der Region gewährt. Gezeigt werden neben Tieren, Pflanzen und Landschaften in Nordhessen auch prähistorische Funde, Grabungsstätten und Nachbildungen von urzeitlichen Menschen, Tieren und Siedlungen.

Nachbildung eines Kindes aus grauer Vorzeit: Auch Lea Verhülsdonk nutzte den Internationalen Tag des Museums zum Besuch des Ottoneum im Steinweg.

Sepulkralmuseum

Die Zahl der Besucher im Museum für Sepulkralkultur auf dem Weinberg war zumindest am späten Morgen eher klein. Verständlich, denn das Haus hat sich dem Tod mit all seine Facetten, Bräuchen und Riten verschrieben. Das Thema eignet sich wahrscheinlich nicht so gut für einen schönen Frühlingstag wie gestern. Nichtsdestotrotz ist das Museum jederzeit einen Besuch wert, behandelt er das ernste und bedrückende Thema Tod streckenweise mit Heiterkeit und Augenzwinkern.

Auch Schloss Wilhelmshöhe und der Weißenstein-Flügel, das Mamorbad und das Hessische Landesmuseum beteiligten sich.

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