Kassel ist eine von vier Stationen in Europa

Erste Absolventen des Pilotstudiengangs in Wirtschaft

Bei der Zeugnisübergabe den Job schon in der Tasche: Michael Strauß und Iris Kettelhoit gehören zu den ersten 17 Absolventen des europäischen Wirtschaftsstudiengangs. Foto: Dilling

Kassel. Deutschland gilt momentan in Europa als erste Wahl, wenn es um Wirtschaft geht. Doch Michael Strauß hat während seines Masterstudiums erfahren, dass man von den Franzosen beispielsweise in Sachen unternehmerischer Verhandlungsführer noch etwas lernen kann.

Die praktischen Übungen dazu, die er an der Universität Annecy machen konnte, seien vorbildlich gewesen. „Da habe ich gelernt, die Dinge einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.“

Verschiedene Perspektiven des Wirtschaftsstudiums erlebte der 28-Jährige, der in Kassel sein Grundstudium in Betriebswirtschaft abgeschlossen hat, noch an drei weiteren europäischen Universitäten. Er gehörte zu einer internationalen Studentengruppe, die ihr Aufbaustudium im neuen Studiengang „European Master of Business Studies“ (EMBS) absolviert und jetzt in Kassel ihre Zertifikate erhalten hat. Ziel des Studiengangs ist eine Management-Ausbildung, die angehende Betriebs- oder Volkswirtschaftler für den globalen Wettbewerb fit macht.

Während des zweijährigen Studiums sammelten die Studenten auch praktische Erfahrungen. In Italien sei es beispielsweise darum gegangen, die Maschine einer tatsächlich bestehenden Firma durch Marketingmaßnahmen und Produktionsanalysen besser auszulasten, berichtet Strauß. Sie hätten außerdem die Markteinführung des Produkts eines konkreten Unternehmens im Ausland vorbereiten müssen, erzählt Absolventin Iris Kettelhoit (27).

Zu dem Studiengang gehören außerdem die Erfahrungen, die man im Alltag eines fremden Landes macht. Mit der Pünktlichkeit nähmen es manche Spanier nicht so genau, sagt Strauß. Kettelhoit berichtet von den bürokratischen Hindernissen bei der Anerkennung ihres deutschen Abschlusses und gelegentlichen Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche.

Beide ziehen aber eine durchweg positive Bilanz ihres Auslandsstudiums. Kettelhoit ergatterte bei dem Optik- und Digitalspezialisten Olympus in Hamburg, wo sie eigentlich nur das abschließende Praktikum machen wollte, sofort eine feste Stelle. Strauß kam während seines Praktikums bei der Sportartikelfirma Adidas gut an. Er habe ein Angebot nur ausgeschlagen, weil er sich noch anderweitig umsehen wolle, sagt Strauß. Sein Fazit zu dem neuen Studiengang lautet: „Das ist definitiv ein Türöffner.“

Von Peter Dilling

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