Positive Bilanz eines Forschungsprojekts mit Beteiligung von Kasseler Professor

Internet erleichtert Austausch

Geografie spielt keine Rolle: Jens Nähler (links), Redaktionsleiter von HNA-Online, erläutert Besuchern der Frühjahrsausstellung in den Messehallen die Möglichkeiten des Internets. Archivfoto: Socher / nh

Kassel / Hannover. Der stetig wachsende Datenaustausch im weltweiten Netz und das mobile Surfen im Internet haben die Art, wie Menschen miteinander kommunizieren, Informationen sammeln, auswerten und für ihre Arbeit nutzen, stark verändert.

„Das wird wahrscheinlich rasant so weitergehen“, meint der Informatikspezialist Professor Dr. Gerd Stumme vom Fachbereich Elektrotechnik/Informatik der Universität Kassel. „Der Distanzbegriff verschiebt sich.“ Damit meint er, dass Menschen dank der mobilen Technik gleichzeitig in verschiedenen, geografisch weit voneinander entfernten Gruppen aktiv sein können.

Der Wissenschaftler im Fachgebiet Wissensverarbeitung arbeitet als Mitglied des vor zehn Jahren gegründeten und in Hannover beheimateten Forschungszentrums L3S maßgeblich mit an neuen, intelligenten Möglichkeiten des Informationsaustauschs und der Bündelung von Wissen für neuartige Plattformen des Wissenstransfers im Internet.

Der Wissenschaftsrat, ein Beratungsgremium von Bund und Ländern, hat kürzlich eine positive Bilanz der Forschungsarbeit des Zentrums gezogen und empfohlen, die Grundfinanzierung langfristig zu sichern und zu erhöhen sowie weitere feste Stellen für Wissenschaftler zu schaffen. „Die Aussagen des Wissenschaftsrates zeigen, dass im L3S hervorragende Arbeit geleistet wird“, bilanziert Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep, Präsident der Universität Kassel. Stumme sagt: „Ich gehe davon aus, dass das Land Niedersachsen die Finanzierung weiter übernehmen wird.“

Breitere Forschungsbasis

Allerdings habe der Rat auch empfohlen, die Arbeit des L3S auf eine breitere Forschungsbasis zu stellen, sagt der Kasseler Professor. Denn die von den Wissenschaftlern entwickelten Neuerungen berührten beispielsweise häufig auch soziale, rechtliche und psychologische Fragen. Das gilt beispielsweise für das Projekt Nepomuk, an dem Stumme mitarbeitet: Dabei wird der Computer zum Marktplatz verschiedener Informationsquellen.

Sein Benutzer greift auf seinem Desktop gleichzeitig auf die jeweils thematisch relevanten Dokumente, Präsentationen und E-Mails, gegebenenfalls auch wenn sie auf den mit seinem Gerät vernetzten Computern von Arbeitskollegen liegen. Diese enge Vernetzung kann allerdings zu arbeits- und datenschutzrechtlichen Problemen führen, die es zu lösen gilt.

Stumme arbeitet auch an der Entwicklung neuer Suchmaschinen. Zusammen mit seinem früheren Habilitanden Andreas Hotho, der jetzt als Professor an der Universität Würzburg lehrt, hat er die Internetplattform „Bibsonomy“ entwickelt.

Sie ersetzt den Zettelkasten, den man früher zur Sammlung von Literaturnachweisen benutzte, und ermöglicht mittels eines Stichwortsystems weltweit den Zugriff auf Publikationen.

Darüber hinaus hat Stumme ein Suchsystem zum Auffinden und Organisieren von Lernmaterialien entwickelt. (pdi) Foto: Dilling

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