Dr. Andreas Schulz beschäftigt sich mit den Daten im Netz aus der Sicht des Verbraucherschutzes

Internet: Für Risiken sensibler werden

Viel Ärger: Das Internet-Unternehmen Google nahm mit einer Spezialkamera Straßen und Häuser auf. Das sorgte wegen des Datenschutzes für viel Ärger. Archivfoto: dpa

Kassel. Der Politologe Dr. Andreas Schulz von der Uni Kassel vertritt die These, dass durch die Nutzung des Internets neue soziale Ungleichheiten entstehen. Immer neue technische Möglichkeiten zur Sammlung und Verarbeitung von Daten durch Arbeitgeber, soziale Netzwerke und den Staat bergen auch zunehmend neue Risiken für die Bürger, sagt er.

Nicht alle hätten beispielsweise die gleichen Kenntnisse über die Nutzung des Internets. Vor allem den selbstverantwortlichen Umgang mit dem digitalen Medium hält Schulz für wichtig. „Dabei spielen Bildung und Medienkompetenz, insbesondere die Kenntnis von Datenschutz-Vorkehrungen, eine große Rolle“, sagt er. Mit dem Verbraucherschutz aus sozialwissenschaftlicher Perspektive beschäftigt sich Schulz in einem Forschungsprojekt im Fachbereich Politikwissenschaft. Einerseits bewertet Schulz die Vernetzung und die Kommunikation von Menschen via Internet positiv - sei es in privaten, sogenannten sozialen, oder in beruflichen Netzwerken. Andererseits berge die Preisgabe persönlicher Daten im Internet jedoch Risiken, denen sich viele Nutzer nicht bewusst seien, sagt Schulz. „Eine übertriebene Selbstdarstellung etwa in sozialen Netzwerken wie Facebook könnte sich beispielsweise in beruflicher Hinsicht negativ auswirken.“ Arbeitgeber können das Internet für Recherchen über Bewerber für Stellenangebote nutzen. Schulz hält daher die Sensibilisierung der Internetnutzer bezüglich solcher Risiken für besonders wichtig: „Man sollte sich gut überlegen, welche Daten man von sich preisgibt, wer Zugang dazu hat und an wen sie weitergegeben werden können.“

Dies gelte auch für den Arbeitsplatz. „Arbeitnehmer können häufig nicht kontrollieren, welche Daten über sie erhoben und wie sie verwendet werden“, sagt er. Möglicherweise könnten diese zur Erstellung von Mitarbeiterprofilen dienen. Hier sei Transparenz seitens der Arbeitgeber gefordert. Ebenso steht der Umgang mit Sozialdaten, unter anderem in der öffentlichen Verwaltung, im Fokus des Forschungsprojekts.

Darüber hinaus beschäftigt sich Schulz mit den Fragen wie: An welche Organisationen können sich Verbraucher in puncto Datenschutz wenden? Welche Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger gibt es bei der Erstellung von Datenschutzbestimmungen? „Das ist ein ganz neues Politikfeld“, sagt Schulz.

Foto: Konrad

Kontakt: www.verbraucherdatenschutz.net

Von Mirko Konrad

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