Branchenprimus Helios

Zukunft der DRK-Kliniken in Kassel geklärt: Investor kauft Anteile für einen Euro

Haupteingang in Wehlheiden: Bei den DRK-Kliniken Nordhessen steigt der Klinikkonzern Helios ein.
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Über dem Eingang wird bald Helios stehen: Der Konzern erwirbt die DRK-Kliniken Nordhessen.

Die DRK-Kliniken Nordhessen mit den Standorten in Kassel und Kaufungen haben einen Investor gefunden. Branchenprimus Helios übernimmt 89 Prozent der Anteile.

Kassel – Die Zukunft der DRK-Kliniken Nordhessen ist gesichert. Die Helios-Kliniken-Gruppe steigt als Investor in dem finanziell angeschlagenen Krankenhaus in Kassel ein. Europas größter privater Klinikbetreiber übernimmt 89 Prozent der Anteile. Die DRK-Schwesternschaft bleibt mit 11 Prozent Mitgesellschafter.

Der bisherige zweite Träger, der Kaufunger Verein DRK Soziale Dienste und Einrichtungen (SDE), gibt seine Anteile ab. Einen Vertrag haben Helios und die beiden Gesellschafter unterzeichnet.

DRK-Kliniken in Kassel: Kaufpreis von einem Euro

Der Kaufpreis beträgt 1 Euro. Helios sichert zu, Gläubiger auszubezahlen und damit die Insolvenz abzuwenden, erforderliche Investitionen zu tätigen und für Liquidität für den laufenden Betrieb zu sorgen. Nach HNA-Informationen liegen die Darlehens-Verpflichtungen der DRK-Kliniken bei mehr als 14 Millionen Euro. Um das Geschäft unter Dach und Fach zu bringen, muss das Bundeskartellamt dem Kauf zustimmen, und das vorläufige Insolvenzverfahren muss vom Gericht aufgehoben werden.

Claudia Nehrig, Geschäftsführerin und Oberin der Schwesternschaft, hat die Rücknahme des Insolvenzantrags bereits beantragt. Die Schwesternschaft hatte gemeinsam mit SDE die Gespräche mit Helios geführt. Die Suche der Eigentümer nach einem Käufer sei während eines vorläufigen Insolvenzverfahrens rechtlich zulässig, erklärt Nehrig: „Für das Unternehmen und die Mitarbeiter wurde so eine schnelle und sichere Lösung gefunden.“

Den Schritt der Gesellschafter begrüßt auch Franz-Ludwig Danko, der Ende Juni als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden war. Er habe zuletzt mit zwei anderen aussichtsreichen Investoren verhandelt: „Dass sich die Gesellschafter nun selbst kurzfristig mit ihrem Wunsch-Investor geeinigt haben, sei eine gute Nachricht“, sagt Danko. Zumal sämtliche Gläubiger zu 100 Prozent befriedigt würden.

Kreis Kassel: Auch DRK-Standort in Kaufungen gesichert

Für SDE ging es vor allem darum, den DRK-Standort in Kaufungen zu sichern. „Das DRK sieht in Helios einen zuverlässigen Partner“, sagt Manfred Wölfert, Vorsitzender des Vereins SDE. Die Patientenversorgen in der Region sei so sichergestellt, und die Mitarbeiter der DRK-Kliniken hätten nun eine gute Zukunftsperspektive.

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In Nordhessen war Helios bislang nicht vertreten. Der Konzern plant, die DRK-Kliniken als regionales Zentrum zu entwickeln. Die stationäre Versorgung an den Standorten im nordrhein-westfälischen Warburg und in Wehlheiden soll gebündelt und das medizinische Angebot verzahnt werden. „In Kaufungen möchten wir einen Schwerpunkt auf die ambulante Versorgung legen“, sagen Robert Möller und Dr. Ulrike Heesemann, Regionalgeschäftsführer und medizinische Regionalgeschäftsführerin von Helios. (Robin Lipke)

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