Ältere infizieren sich deutlich seltener mit Corona

Kassel: Massiver Anstieg der Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen – Dezernentin zeigt sich besorgt

So hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz in Kassel entwickelt.
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So hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz in Kassel entwickelt.

Seitdem Ältere zunehmend gegen Corona geimpft sind, verlagert sich das Infektionsgeschehen. In Kassel infizieren sich immer mehr Kinder und junge Menschen.

Kassel – Die Sieben-Tage-Inzidenz für die Altersgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen lag vergangene Woche laut Auswertung des Gesundheitsamts bei 415,8. In der Woche zuvor verzeichnete das Amt in dieser Altersgruppe noch eine Inzidenz von 173,3, Ende März von 150,2. Ähnlich stark verbreitete sich das Coronavirus auch bei älteren Kindern und Jugendlichen. In der Gruppe der 11- bis 14-Jährigen lag die Inzidenz Anfang April noch bei 43,9. Vier Wochen später wurde der Wert mit 292,7 angegeben. Bei den 15- bis 20-Jährigen stieg der Wert in dieser Zeit von 137,1 auf 385,7. Die Sieben-Tage-Inzidenz für alle Altersgruppen in der Stadt Kassel lag da bei 221.

Corona in Kassel: Kinder erkranken zwar selten schwer – den Eltern aber droht Schlimmeres

„Wir sehen mit Sorge, dass sich das Coronavirus immer mehr unter den Jüngsten verbreitet, denn weder sie noch der größte Teil der Eltern sind durch eine Impfung geschützt“, sagt Gesundheits- und Jugenddezernentin Ulrike Gote. Kinder und Jugendliche haben zwar extrem selten einen schwereren Krankheitsverlauf bei einer Covid-19-Infektion. Anders sieht das aber bei den Eltern aus, die schwer erkranken können.

In diesem Zusammenhang gibt es zumindest einen Lichtblick: Denn nicht nur die Impfpriorisierung soll im Juni aufgehoben werden. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte zudem an, dass wohl in den Sommerferien auch Kinder über 12 Jahren geimpft werden könnten.

Hohe Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen in Kassel – Mehr Tests sind nicht der einzige Grund

Dass die Impfkampagne etwas bringt, zeigt die Entwicklung bei den Fallzahlen bei Älteren: Zwischen November und Januar waren vor allem ältere Menschen von einer Infektion betroffen. Das ist nun nicht mehr der Fall. Bei den 60- bis 79-Jährigen lag die Inzidenz zuletzt bei 81,1, bei den über 80-Jährigen bei 60,9. Allerdings stieg auch in diesen Altersgruppen der Wert analog zum bundesweiten Trend.

Dass die Zahlen bei den Kindern so deutlich gestiegen sind, liegt teilweise an der höheren Zahl der Schnelltests. Diese seien jedoch nicht der einzige Grund, sagt Regine Bresler, Leiterin des Gesundheitsamtes. Gleichzeitig helfen die Tests zudem, Infektionen schnell zu entdecken, sodass dann durch eine Quarantäne der Infizierten weitere Fälle vermieden werden.

Schnelltests, die zuletzt auch in den Schulen durchgeführt wurden, sind verlässlich

Die Tests, die zuletzt in Schulen verpflichtend waren, sind laut Gesundheitsamt sehr verlässlich: Zwischen 80 und 90 Prozent der positiven Schnelltests in Kassel werden im Nachgang durch die exakteren PCR-Tests bestätigt. Deren Zahl ist deutschlandweit zuletzt übrigens gestiegen (am 18. April gab es 1.311.887 Millionen Tests, am 25. April 1.409.259), die Positivrate veränderte sich allerdings nicht. Für Kassel gibt es keine Gesamtübersicht über die gemachten PCR-Tests.

Erst wenn nach einem positiven Schnelltest auch der PCR-Test positiv ist, zählt jemand als neuer Fall und fließt in die Statistik ein. Macht ein Infizierter mehrere PCR-Tests und diese sind ebenfalls positiv, wird derjenige nicht jeweils als neuer Fall in der Statistik gezählt. (Marie Klement)

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