Corona in Kassel

Inzidenz in Kassel wieder über 50 - Landkreis hat geringsten Wert in Hessen

Desinfektionsmittel für Kunden in Supermärkten
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Desinfektionsmittel für Kunden in Supermärkten und anderen Einrichtungen mit Publikumsverkehr ist keine Pflicht, wird aber von vielen freiwillig zur Verfügung gestellt.

Lange hatte Kassel – teils mit Abstand – die geringste Inzidenz in Hessen. Das ist nun vorbei. Fragen und Antworten zu den aktuellen Zahlen und weiteren Corona-Themen:

Wie hoch war gestern die Sieben-Tage-Inzidenz? Bereits in den vergangenen Tagen war die Inzidenz in Kassel stetig gestiegen. Laut der am Donnerstag veröffentlichten Daten machte Kassel gestern nun noch einmal einen deutlichen Sprung nach oben: Nach einem Wert von 40,6 am Vortag lag der Wert, der die Fälle der letzten sieben Tage pro 100 000 Einwohner angibt, gestern bei 51. Zum Vergleich: Vor einer Woche lag die Inzidenz in Kassel bei 18,8.

Anders sieht die Situation im Landkreis aus. Dort veränderte sich die Inzidenz von Mittwoch auf Donnerstag nicht und lag bei 33,8. Vor einer Woche hatte der Kreis eine Inzidenz von 35,5.

Wie stehen Stadt und Kreis Kassel im Hessen-Vergleich da? Nachdem die Stadt lange die geringste Inzidenz in Hessen hatte, hat nun der Landkreis die geringsten Zahlen der letzten sieben Tage – und liegt gleichzeitig als einziger in Hessen unter einer Inzidenz von 35. Die Stadt Kassel hat dagegen mittlerweile eine der höchsten Inzidenzen in Nordhessen. Nur der Kreis Waldeck-Frankenberg liegt mit einer Inzidenz von 62 noch über dem Kasseler Wert. Die höchste Inzidenz im kompletten Bundesland hat mit 114,9 der Lahn-Dill-Kreis.

Wie haben sich die Zahlen sonst entwickelt? In Kassel und im Landkreis sehr unterschiedlich. Insgesamt 39 neue Coronafälle hat das Gesundheitsamt am Donnerstag gemeldet – 28 in Kassel und 11 im Landkreis. Gleichzeitig stieg die Zahl der aktuell Infizierten in der Stadt um 22 auf nun 142. Anders sieht es im Landkreis aus: Dort sank die Zahl der aktuell Infizierten erneut um 2 auf 156.

Erfreulich ist: Es mussten gestern weniger Infizierte im Krankenhaus behandelt werden. 25 waren es, sieben von ihnen lagen auf Intensivstationen. Unverändert blieb sowohl in der Stadt als auch im Kreis die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Wie viele Menschen wurden bisher in Stadt und Kreis geimpft? In Kassel wurden Stand gestern 26 574 Menschen geimpft – das sind 4508 mehr als in der Vorwoche. Der Kreis veröffentlicht seine Zahlen immer Anfang der Woche. 8298 waren dort Stand Montag geimpft, 1179 mehr als in der Vorwoche. Während in Kassel in dieser Woche die ersten Lehrer und Erzieher geimpft wurden, starten die Impfungen für diese Berufsgruppen im Kreis am Montag. Grund ist, dass die Organisation aufwendiger ist als in der Stadt, weil sie über die 13 Kreis-Kommunen läuft.

Sind Hygienespender an Orten mit Publikumsverkehr Pflicht? Mehrmals im Monat betrete er die Räume der Spardabank und wickele an den Automaten Bankgeschäfte ab, berichtet HNA-Leser Michael Hanstein. „Leider finde ich in dem gesamten Bereich und am Ausgang keinerlei Hygienespender, an denen ich meine Hände desinfizieren kann.“ Tatsächlich werde in der Coronaverordnung das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln für Kunden nicht ausdrücklich gefordert, sagt das Gesundheitsamt. „Allerdings sind neben Zutrittssteuerung, Mindestabstand und Maskentragegebot die Hygieneempfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu beachten.“ Infolge der Empfehlungen habe der Einzelhandel Hygienekonzepte erarbeitet, „die in aller Regel vorsehen, dass Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden“.

Die Spardabank teilt mit, dass ihre Geräte „regelmäßig professionell gereinigt und desinfiziert“ werden. Das sei sinnvoller als das Aufstellen von Spendern, da die Kunden nicht verpflichtet wären, diese auch zu benutzen, so Unternehmenssprecher Jan Michel Kaufmann mit. Kunden könnten zudem an den Berater- und Serviceplätzen ihre Hände desinfizieren.

Wie oft müssen Einkaufswagen gereinigt werden? Es gibt kein einheitliches Hygienekonzept für alle, sagt Patrick Peckmann, Rechtsanwalt und Sprecher des Handelsverbands Marburg. So sollten etwa Kassen und Einkaufswagen in Supermärkten „regelmäßig gereinigt werden“. Die Häufigkeit der Umsetzung sei von Laden zu Laden aber unterschiedlich. „Die meisten unserer Einzelhändler gehen deutlich über die Vorgaben hinaus“, sagt Peckmann und nennt das Bereitsstellen von Desinfektionsmitteln als Beispiel. Das vorauszusetzen, hält der Jurist für schwierig, da nicht jedes Geschäft die Mehrarbeit personell stemmen könne. (Marie Klement und Anna Lischper)

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