Irritationen über Gleisbesetzungs-Training in der Jean-Paul-Schule

Kassel. Die Jean-Paul-Schule auf der Marbachshöhe stellt ihre Schulturnhalle zur Verfügung, damit Atomkraftgegner dort am 13. November die Blockade von Castor-Transportzügen trainieren können.

Die Ankündigung dieser Veranstaltung hat für Irritationen gesorgt, da das Blockieren von Bahngleisen juristisch als Straftatbestand gilt. Dass entsprechende Vorbereitungen auf dem Gelände einer Schule stattfinden, ist zumindest ungewöhnlich.

Ein Sprecher des Kasseler Amtsgericht erläuterte auf Anfrage, dass das Besetzen von Schienenwegen in jedem Fall als Nötigung, gegebenenfalls auch als gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr zu werten sei. Harald Seifert-Sosalla vom Schulleitungsgremium sagte gegenüber der HNA, solche juristischen Bewertungen seien aus seiner Sicht nicht generell problematisch. Für ihn sei vielmehr maßgeblich, dass die Initiatoren ihre Blockadevorbereitungen als „gewaltfrei“ beschreiben würden.

Seifert-Sosalla machte deutlich, dass die Schule die Veranstaltung im Rahmen ihres eigenen Hausrechts angenommen habe. Die waldorfpädagogisch ausgerichtete Jean-Paul-Schule unterliegt zwar der Fachaufsicht des Staatlichen Schulamtes, steht jedoch nicht unter Schulträgerschaft der Stadt Kassel. Vielmehr wird sie von einem Verein aus dem Schulumfeld getragen.

Etwa zehn Mal pro Woche vermiete die Schule Räumlichkeiten an Veranstalter aller Art, sagte Seifert-Sosalla. Die Räumlichkeiten hätten eine Zentrumsfunktion für das Quartier Marbachshöhe, wo es ansonsten an öffentlichen Treffpunkten fehle. „Wir würden hier jeden hineinlassen, außer für irgendwelche rassistischen oder braunen Aktionen.“

Ein „gewisses Bauchgrummeln“ habe er bei dem Blockade-Traning schon, räumte das Schulleitungsmitglied ein. Für eine Absage der Veranstaltung sehe er derzeit aber keinen Anlass. (asz)

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