18-Jähriger bereut, nach Syrien gereist zu sein

IS: Inhaftierter Kasseler will jetzt auspacken

Kassel. Der 18 Jahre alte Kasseler, der in einem Lager des Islamischen Staates (IS) in Syrien war und in der Türkei festgenommen wurde, will aussagen.

Das erklärte sein Anwalt am Montag gegenüber der HNA.

Der Mann bereue offenbar inzwischen, nach Syrien gereist zu sein, sagt der Anwalt. Als Zeichen dafür könne gewertet werden, dass er seinen Bart abrasiert habe. Nähere Angaben wollte der Anwalt nicht machen. Es handele sich um ein schwebendes Verfahren. Nach HNA-Informationen hält sich offenbar noch ein weiterer junger Mann aus Kassel in einem Lager des Islamischen Staates in Syrien auf. Damit sind nach gesicherten Erkenntnissen zurzeit fünf junge Männer und eine junge Frau aus Kassel und Baunatal in den Fängen des IS.

Nach Einschätzung des Anwalts werden die jungen Menschen in Kassel professionell angeworben. Sie sind nach dem Übertritt zum Islam und einer Gehirnwäsche bereit, in ein IS-Lager zu reisen. Dabei bekommen sie detaillierte Anweisungen per Handy, wo sie hinfahren müssen, den Schlepper treffen können und wann sie ihr Handy wegwerfen sollen.

Es sei wichtig, dass die Gesetze verschärft würden, damit Menschen nicht ausreisten, um den IS zu unterstützen, sagte Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) gegenüber der HNA. Das habe sie bereits im Juni 2014 gefordert. Inzwischen hat diese Idee auch im Bund Anklang gefunden. Eine Gesetzesänderung ist auf dem Weg, die im Sommer bereits in Kraft treten könne.

Konkret geht es dabei um dem Paragraph 89 a StGB, der erweitert werden soll. Dann könnten auch Ausreisen zum Zweck terroristischer Handlungen geahndet werden. Heißt: Ist eine Person im Visier, die zum Kampf nach Syrien reisen möchte, könnte sie inhaftiert werden. Das ist bisher nicht möglich.

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Rubriklistenbild: © dpa

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