Beratungsbüro wird eröffnet

Ermittlungen gegen vier Salafisten in Kassel laufen

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Die salafistische Szene in Deutschland wächst. Besonders junge Leute gelten als empfänglich für die Propaganda der radikal-islamischen Prediger.

Kassel. Bei der Staatsanwaltschaft laufen zurzeit Ermittlungen gegen vier Personen, die im Verdacht stehen, Beziehung zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) aufgenommen zu haben.

Nordhessen gilt als Schwerpunkt salafistischer Aktivitäten in Hessen.  Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich bei den Beschuldigten um Personen, die noch unter 21 Jahre alt sind. Weitere Details wurden nicht genannt.

Damit junge Menschen nicht den Versprechungen der Islamisten folgen und im schlimmsten Fall für den Islamischen Staat in den Krieg ziehen, wird in Kassel eine Beratungsstelle eröffnet. Sie soll ihre Arbeit Anfang Januar aufnehmen. Sie ist damit die zweite in Hessen.

Das teilte Thomas Mücke, Geschäftsführer des Violence Prevention Networks (VPN) mit. Der Verein ist Teil des hessischen „Präventionsnetzwerks gegen Salafismus“, das vom Innenministerium ins Leben gerufen wurde. Das Netzwerk hat bereits im vergangenen Jahr in Frankfurt ein Büro eröffnet.

Finanziert wird es vom hessischen Innenministerium. In diesem Jahr stellt das Ministerium 400.000 Euro für die Präventionsarbeit zur Verfügung. Das Innenministerium bestätigte die Kasseler Anlaufstelle für Nordhessen nicht. In Kassel soll es wahrscheinlich zwei Mitarbeiter geben, die die Beratungsarbeit übernehmen. Die Suche nach Mitarbeitern laufe. Meist kämen Eltern, die Angst haben, dass ihre Kinder ausreisen und den Islamischen Staat unterstützen, sagte Mücke. „In Frankfurt waren wir überrascht über den Ansturm“, sagt der Politologe.

69 Jugendliche und 91 Angehörige sind allein in diesem Jahr beraten worden. Die Jugendlichen befinden sich meist im Umkreis des extremistischen Salafismus, würden als Ausreisegefährdet gelten. Aber auch Syrienrückkehrer berät das Büro. Der Frauenanteil liegt bei 20 Prozent.

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