Jäger mahnen

Trächtige Tiere im Wald: Hunde bitte anleinen

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So bitte nicht: Die Jäger der Region appellieren an Hundehalter, ihre Tiere in Wald und Feld anzuleinen, damit kein Wild in Gefahr gerät.

Baunatal/Kassel. Die Jäger der Hegegemeinschaft Habichtswald, die einen großen Teil des Altkreises und der Stadt Kassel umfasst, bitten einmal mehr bei Hundehaltern um Rücksicht. Anlass ist, dass viele Wildtiere in dieser Jahreszeit Junge haben oder bald bekommen.

Die Hegegemeinschaft, die 25 Reviere in und bei Kassel umfasst, verweist auf Fälle, als trächtige Rehe von Hunden gerissen oder aber gehetzt wurden, sodass es zu Unfällen kam. Deshalb mahnt Horst Mihr (Baunatal), 1. Vorsitzender der Hegegemeinschaft, Hunde beim Spazierengehen in Wald und Flur auf jeden Fall anzuleinen. Ziel sei, durch Rücksicht zu einem artenreichen und gesunden Wildbestand beizutragen.

Nicht nur trächtige Rehe, in Bewegungsfreiheit und Fluchtmöglichkeiten stark eingeschränkt, seien gefährdet, sagt Mihr. Lebensgefahr besteht auch für Bodenbrüter wie Rebhuhn, Lerche, Kiebitz und Wildente.

Mihr erinnert daran, dass in jedem Hund Jagdinstinkte schlummern. Der Jagdexperte aus Großenritte verweist auch darauf, dass Hunde, die andere Tiere hetzen oder Menschen angreifen, nach der Gefahrenabwehr-Verordnung des Landes Hessen grundsätzlich als gefährlich eingestuft werden.

Horst Mihr

Außerdem hafte der Halter für alle Schäden, die sein Vierbeiner verursache, sei es ein Verkehrsunfall oder ein Wildschaden. Zum Glück gebe es in dieser Saison noch keinen akuten Fall, so Mihr – und das solle so bleiben.

Die Jäger bitten Spaziergänger – auch diejenigen ohne Hund – darüber hinaus, auf den Wegen zu bleiben und Jungwild nicht anzufassen. Anderenfalls riskiere man, dass sich Elterntiere nicht mehr um ihren Nachwuchs kümmerten.

Anders als zum Beispiel im Nachbarbundesland Niedersachsen gibt es in Hessen keine Anleinpflicht. Hingegen gilt jenseits der Landesgrenze: Vom 1. April bis 15. Juli müssen Hunde an der Leine geführt werden. Das kann bei grenzüberschreitenden Spaziergängen, etwa im Bereich Nieste / Staufenberg, zu kuriosen Situationen führen.

Horst Mihr argumentiert indes, dass eine Anleinpflicht in Wald und Feld nicht so viel bringe. Denn wie wolle man die Einhaltung erfolgreich kontrollieren, so fragt er.

Die Risiken für das Wild waren auch Thema eines Treffens von Jägern und Landwirten mit Vertretern der Stadt Baunatal. Es herrschte Einigkeit, dass vorbeugend über die Gefahren aufgeklärt werden soll, zum Beispiel im Mitteilungsblatt „Baunataler Nachrichten“ und möglicherweise auch durch Flyer. Letzteres sei aber noch nicht klar, sagt Rathaus-Sprecher Roger Lutzi. Auf jeden Fall hätten Landwirte und Jäger angekündigt, an ihren Äckern und Revieren Warnschilder aufzustellen.

Von Ingrid Jünemann

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