Kripo: 99 Prozent der Vermissten tauchen wieder auf

Jährlich verschwinden Hunderte von Menschen in Stadt und Kreis Kassel

Kassel. Jedes Jahr werden in Stadt und Landkreis Kassel mehrere Hundert Menschen als vermisst gemeldet. In der Stadt waren es im vergangenen Jahr 126 Fälle und im Landkreis 285.

Dass es im Kreis zu deutlich mehr Vermisstenanzeigen kommt, liege an der größeren Anzahl von Kinder- und Jugendheimen, die es dort gibt, sagt der Erste Kriminalhauptkommissar Fred Lenhoff, Leiter des Kommissariats 11 der Kasseler Kripo.

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Verschwindet ein Jugendlicher aus solch einer Einrichtung, müssen die Erzieher sofort eine Anzeige erstatten. Das Gros der jugendlichen Ausreißer komme aber nach einigen Tagen wieder zurück, sagt Lenhoff. 99 Prozent der Menschen, die bei der Polizei als vermisst gemeldet werden, tauchten wieder auf. So auch die 29-jährige Nelli K. aus Kassel, die am vergangenen Samstag verschwunden war. Gestern Mittag tauchte die Frau plötzlich wieder bei ihrer Familie auf.

„Zum Glück ist ihr nichts passiert, aber wir werden prüfen müssen, ob in diesem Fall angefallene Polizeikosten geltend gemacht werden können“, sagt Lenhoff. Die Kripo habe eine Eigen- und Fremdgefährdung in diesem Fall nicht ausschließen können. Immer wenn der Verdacht besteht, dass eine Person Opfer einer Straftat geworden sein könnte oder es Hinweise auf eine Selbsttötung gibt, dann ermittelt die Kripo.

Das Jugendamt des Landkreises hatte eine Vermisstenanzeige erstattet, weil seit Herbst 2011 die 22-jährige Julie Blandine Kache aus Vellmar verschwunden ist. Die Frau war hochschwanger und wurde vom Jugendamt betreut. Plötzlich habe sie keine Arzttermine mehr wahrgenommen. In einer Mutter-Kind-Einrichtung, in der sie sich angemeldet hatte, sei sie niemals aufgetaucht. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt Lenhoff. Es gibt Vermisste, die seit Jahrzehnten verschwunden sind.

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