Busanbieter der Bahn leidet nicht unter Konkurrenz

Fernbus-Monopol fiel vor einem Jahr: Flixbus mit Passagierzahlen zufrieden

Kassel. Seit einem Jahr konkurrieren Unternehmen deutschlandweit um Passagiere für ihre Fernbuslinien. Boten in Kassel vor einem Jahr zehn Buslinien Fahrten mit dem Stop Kassel an, sind es laut Kasseler Regierungspräsidium nun 14.

Drei Anbieter sind dabei in Kassel besonders präsent: Flixbus, Meinfernbus und Berlinlinien. Genau Passagierzahlen gaben die drei Anbieter nicht bekannt.

Bis zum 1. Januar 2013 schützte 80 Jahre lang ein Gesetz die Deutsche Bahn vor der Konkurrenzt durch Fernbuslinien. Seit dem Wegfall dieses Monopols konkurrieren auf dem Fernbusmarkt die Linien zu meist günstigeren Preisen als die Bahn um die Gunst der Passagiere.

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Auch wenn Flixbus keine genauen Zahlen nennen wollte, habe sich in den vergangenen sechs Monaten die Zahl der Flixbus-Nutzer in Kassel mehr als verdreifacht, sagte Sprecherin Bettina Engert. Zwischen 100 und 200 Kunden transportierten sie pro Tag. Dass es für das Unternehmen nicht so schlecht läuft, zeigt auch der Ausbau des Streckennetzes: Flixbus ging am 28. Feburar 2013 mit einer täglichen Fernbuslinie auf der Ost-West-Achse zwischen Dresden und Köln mit Zwischenstop in Kassel an den Start. Heute gibt es laut Flixbus in Kassel vier Fernbuslinien mit zwölf Abfahrten pro Tag mit 17 Zielen. „Die Erwartungen sind übertroffen worden“, sagt Bernd Frölich, Busunternehmer aus Hessisch-Lichtenau. Er kooperiert als größter privater Busunternehmer Nordhessens mit Flixbus. Derzeit fahren vier Fahrer mit zwei Bussen die Strecken von Köln über Kassel nach Dresden. Bald soll auch Berlin von Kassel aus angefahren werden, verrätFrölich, Chef von 200 Mitarbeitern.

Zwei weitere Busse werden deshalb angeschafft und vier Fahrer sollen eingestellt werden. Wann es soweit sei, könne er aber noch nicht sagen. Aus seiner Sicht ist aber klar: „Flixbus wird in Kassel am meisten frequentiert.“ Die Busse seien voll. Viele Fahrgäste haben seiner Meinung nach vorher Mitfahrzentralen genutzt und sind nun umgestiegen.

Fünf Monate später als Flixbus ging Meinfernbus im Juli 2013 Kassel mit Verbindungen ins Ruhrgebiet, nach Düsseldorf, Leipzig und Dresden an den Start. Kurze Zeit später gab es auch Linien ins Sauerland und nach Berlin. Die Strecken Kassel-Berlin, Kassel-Dresden und Kassel-Düsseldorf haben sich als am stärksten frequentierte Routen herausgestellt, sagte Sprecher Philipp Kielbassa. Ob es weitere Erweiterungen gebe, sei noch nicht absehbar.

Sie hätten nicht unter der Konkurrenz gelitten, sagte ein Bahnsprecher. Denn auch die Passagierzahlen der zum Bahnkonzern zugehörigen Berlinlinien sei gestiegen. Natürlich herrsche auf dem Fernbusmarkt ein Preiskampf, bei dem die privaten Unternehmen sich ständig unberbieten würden. Das würden sie aber nicht mitmachen. Sie böten den Kunden dafür Bonusmodelle an.

Von Max Holscher

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