200 Jahre Grimms Märchen: 2013 sollen die Brüder im Mittelpunkt stehen

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Märchenerzähler: Denkmal von Wilhelm (links) und Jacob Grimm in Kassel.

Kassel. Die Grimms sollen 2013 in aller Munde sein - und das nicht nur in Hessen. Denn dann jährt sich die Herausgabe der weltberühmten Kinder- und Hausmärchen der Brüder zum 200. Mal. Die in Kassel verwahrten Handexemplare sind seit 2005 Weltdokumentenerbe der Unesco.

Doch nicht nur die Märchen sollen im Mittelpunkt stehen, auch die wissenschaftliche Arbeit und das politische Wirken der Grimms will Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) ins rechte Licht rücken. Jacob Grimm hatte zu den „Göttinger Sieben“ gehört, jenen Professoren, die gegen die Aufhebung der Verfassung durch Ernst August I. im Jahr 1837 im Königreich Hannover protestierten. Jacob gehörte 1848 auch der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche an.

Im Mittelpunkt des Jubiläumsjahres, für das die Ministerin beim Finanzminister 1,5 Millionen Euro plus 300 000 Euro für Marketing beantragt hat, steht eine Ausstellung zum Lebenswerk von Jacob und Wilhelm Grimm in der documenta-Halle in Kassel, voraussichtlich von April bis September. Die Hessen-Agentur bereitet derzeit eine europaweite Ausschreibung für die Konzeption vor.

Kühne-Hörmann betonte, die Wahl Kassels als Ausstellungsort sei von den anderen Grimm-Städten Steinau (Geburtsort), Hanau und Marburg mitgetragen worden. „Es hat nichts damit zu tun, dass Kassel mein Wahlkreis ist.“

Natürlich werde auch mit der Stadt Kassel verhandelt über eine Einbeziehung des Grimm-Museums Palais Bellevue - alles andere wäre internationalen Gästen nicht zu vermitteln, so die Ministerin.

Bereits im Dezember 2012 wird an der Universität Kassel ein Kongress stattfinden mit aktuellen Beiträgen zur Grimm-Forschung. Besonders in Asien sei das Interesse daran groß, berichtete Kühne-Hörmann.

Lust auf das Grimm-Jahr soll auch das kürzlich erschienene Merian-Heft „Hessen“ machen, dessen Autoren sich auch auf die Spuren der Grimms begeben haben. Zur Buchmesse 2012 soll gleichwohl noch ein „Merian live“-Reiseführer zum Thema Grimm erscheinen, mit 30.000 Euro vom Land unterstützt.

Der Kultursommer Nordhessen wird sich im Jubiläumsjahr ebenfalls auf Grimm-Projekte konzentrieren, das Staatstheater Kassel wird die Oper „Hänsel und Gretel“ ins Programm nehmen.

Gebündelt wird das Programm, zu dem noch zahlreiche Einzelveranstaltungen in Hessen gehören werden, ab 2012 im Kulturportal Hessen. www.kulturportal-hessen.de

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