Vor 50 Jahren erste Ansiedlungen – Flughafen Waldau war die Keimzelle

Erfolgsgeschichte Industriepark

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Das Güterverkehrszentrum im Industriepark Kassel: Mit dem Portalkran werden Container vom Lkw auf den Zug und vom Zug auf den Lkw verladen. 

Auf dem Gelände des Industrieparks Kassel arbeiten heute 10000 Menschen in 500 Unternehmen. Das Areal befindet sich zu einem großen Teil auf historischem Boden.

Hier gab es früher den Flughafen Waldau sowie eines von zwei Werken des Flugzeugbauers und Kunstflugweltmeisters Gerhard Fieseler. Bis heute erinnern Straßennamen an Flugpioniere, die seit 1914 auf dem Gelände des Kasseler Forsts ansässig waren.

Pioniere der Luftfahrt

Dietrich Gobiet gehörte ebenso dazu wie Antonius Raab und Albert Falderbaum. Hier hob Gerhard Fieseler zu seinen ersten Testflügen mit dem legendären Fieseler Storch ab. Der Flughafen Waldau wurde bis 1930 auch von der Lufthansa im Linienverkehr angesteuert. Von Leipzig über Erfurt und Kassel ging es damals mit dem Flieger ins Ruhrgebiet.

Der Zeppelin landet

Für ein Volksfest auf dem Gelände des Flughafens sorgte im September 1930 die Landung des Luftschiffs „Graf Zeppelin“. 100 000 Menschen waren damals auf den Beinen. Wenig später stellte die Lufthansa den Linienbetrieb ein, der Flughafen wurde nicht mehr regelmäßig genutzt und verlor an Bedeutung.

Auf dem Gelände fielen im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Bomben. Als das Areal später nach und nach erschlossen wurde, mussten zahlreiche Blindgänger unschädlich gemacht werden.

Fieseler-Areal wird frei

Ein entscheidendes Datum für die Entwicklung des Geländes zum Industriepark war das Jahr 1968. Damals gaben die Amerikaner das frühere Flugzeugwerk II von Fieseler frei. Mit dem Großmarkt von Union SB in der Nachbarschaft hatte sich da bereits ein größerer Betrieb angesiedelt. Damals baute die Edeka als Investor noch Zubringerstraßen zu dem Großmarkt in Eigenregie. Die Erschließung des Geländes begann im Winter 1968/1969.

Erste Firmen

Eine der ersten Firmen, mit denen die Stadt Kassel einen Vertrag abschloss, war die Firma Ladenbau Maier. Die stellte Einrichtungen für Cafés, Metzgereien und Bäckereien her. Nahezu zeitgleich siedelte sich auf dem Gelände in Fuldabrück-Bergshausen mit Böker-Brot die erste Firma an. Die wurde später mit der Toastbrotmarke „Golden Toast“ bekannt.

Über die Grenzen

Von Anfang an erstreckte sich der Industriepark über kommunale Grenzen hinweg. Davon sollten sowohl die Stadt Kassel als auch Lohfelden und Fuldabrück profitieren. Doch zuvor musste erst einmal die Infrastruktur geschaffen werden. Das Ziel: Bis 1985 sollten 120 000 Quadratmeter Land zwischen Waldau und Lohfelden erschlossen werden.

Die Ansiedlungen von Firmen liefen dann schneller als geplant. Bereits 1983 gab es den ersten Spatenstich für die Erweiterung um das Gelände Waldau-Ost. Ende der 1980er Jahre kamen weitere 100 Hektar im Industriepark Waldau-West hinzu.

Güterverkehrszentrum

Ein Meilenstein für die weitere Entwicklung des Industrieparks war im Jahr 2003 die Fertigstellung des Güterverkehrszentrums. Dieser Umschlagplatz ermöglicht es, Waren in Containern von der Schiene auf Lkw und umgekehrt zu verladen.

Insbesondere für Logistikfirmen ist das ein wichtiger Standortfaktor. Aktuell verlassen täglich zwei Containerzüge den GVZ-Verladebahnhof. Sie fahren Richtung Brennertunnel zum Verladehafen im italienschen Verona sowie zu den Überseehäfen von Hamburg und Bremerhaven.

Perspektiven

„Der Industriepark Kassel ist ein frühes Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit“, sagt Christoph Külzer-Schröder vom Netzwerkbüro für das gesamte Gelände. Diese Kooperation habe sich für Kassel, Lohfelden und Fuldabrück gelohnt. Aktuell gebe es kaum noch Erweiterungsmöglichkeiten.

Unbebaute Grundstücke seien in erster Linie Vorratsflächen für bereits ansässige Firmen. Deshalb sei die Erschließung des Gewerbegebiets „Langes Feld“ in Niederzwehren eine sinnvolle Weiterentwicklung. (von Thomas Siemon)

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