Am 4. Januar schiebt sich der Neumond vor die Sonne - Astronomen und HNA planen Aktion in Kassel

Zu Jahresbeginn wird es finster

Sonnenfinsternis: So ähnlich wie hier 2001 wird sich die Sonne am 4. Januar über Kassel präsentieren. Grafik:  Holstein

Kassel. Das Jahr 2011 beginnt mit einem spektakulären Anblick am Himmel: Am Dienstag, 4. Januar, ist morgens eine teilweise Sonnenfinsternis über Deutschland zu beobachten. Gemeinsam mit dem Astronomischen Arbeitskreis Kassel und der HNA können HNA-Leser dieses seltene Ereignis beobachten.

70 Prozent Bedeckung

Schon 20 Minuten vor dem Sonnenaufgang um 8.24 Uhr schiebt sich der Neumond vor die Sonne. Immer mehr verdunkelt er die Sonnenscheibe und erreicht um 9.20 Uhr mit der beachtlichen Bedeckung von über 70 Prozent das Maximum der Finsternis. Erst um 10.45 Uhr hat dann der Neumond die Sonnenscheibe wieder ganz freigegeben.

Bei einer Sonnenfinsternis fällt der Schatten des Mondes auf die Erde. Das kann nur bei Neumond passieren. Der Kernschatten verfehlt aber am 4. Januar die Erde, diese Finsternis ist deshalb nur teilweise zu sehen, wir bleiben im Halbschatten des Mondes.

Obwohl alle 29,5 Tage Neumond ist, gibt es nicht jeden Monat eine Sonnenfinsternis, da die Mondbahn um fünf Grad gegen die Erdbahn geneigt ist. Deshalb fällt der Mondschatten meist über oder unter die Erde. Nur zweimal im Jahr steht der Mond bei Neumond auch auf der Höhe der Erdbahn, und sein Schatten kann die Oberfläche unseres Planeten treffen. 2011 ist dies im Januar und Juni der Fall.

Dieses halbjährige Auftreten von Finsternissen gilt aber nur näherungsweise: Wegen der Anziehungskraft unserer Sonne kippt die Mondbahn und die sogenannten Knoten, an denen die Mondbahn die Ebene der Erdbahn durchstößt, bewegen sich dem Mond entgegen. Deshalb finden jedes Jahr die Finsternisse drei Wochen früher statt.

Die Stellungen von Erde, Sonne und Mond zueinander wiederholen sich alle 18 Jahre und zehn Tage, allerdings immer mit einer Verspätung von acht Stunden. Dies führt zu einem Finsterniszyklus, dem Saros-Zyklus, der schon seit Jahrtausenden bekannt ist. Die Vorgänger-Finsternis unserer Sonnenfinsternis vom 4. Januar 2011 war am 24. Dezember 1992 in Alaska zu sehen.

Finsternisse können sich etwa 70 mal innerhalb eines Zyklus wiederholen und laufen danach aus dem Zyklus hinaus, oder es entstehen neue Finsterniszyklen mit neuen Finsterniskonstellationen.

Dies mussten vor 5000 Jahren die chinesischen Hof-Astronomen Hi und Ho mit dem Tod bezahlen. Sie wurden der Legende nach hingerichtet, weil sie eine Finsternis eines neuen Zyklus nicht vorhersagen konnten. Heute ist das Leben von Astronomen glücklicherweise nicht mehr so gefährlich. Aber bei der Beobachtung einer Sonnenfinsternis muss man trotzdem sehr vorsichtig sein, damit die Augen nicht gefährdet werden.

Mondfinsternisse seltener

Sonnenfinsternisse sind um 60 Prozent häufiger als Mondfinsternisse. Da aber der Mondschatten immer nur auf einen schmalen Streifen der Erde fällt, sieht man zum Beispiel von Kassel aus eine Sonnenfinsternis viel seltener als eine Mondfinsternis. Und wenn dann die Sonne sogar als Sichel aufgeht, ist das schon ein ungewöhnliches Ereignis.

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Von Klaus-Peter Haupt

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