Chinesen zeigen großes Interesse an der Gründung

Konfuzius auch bald in Kassel ?

Peking/Kassel. Die Gründung eines Konfuzius-Instituts in Kassel rückt näher. Bei der jüngsten Reise des Netzwerkes Hessen-China ins Reich der Mitte stieß die Initiative der Nordhessen bei ihren chinesischen Gesprächspartnern auf großes Interesse.

Dies ist umso bemerkenswerter, als es bereits 15 Konfuzius-Institute in Deutschland gibt und diese in den vergangenen Jahren von China an Universitätsstandorten gegründet wurden, an denen es im Gegensatz zu Kassel auch Sinologie als Studienfach gibt. Konfuzius-Institute fördern in erster Linie die Sprache und Kultur Chinas. Ähnlich arbeiten die deutschen Goethe-Institute im Ausland.

Zur Gründung eines solchen Instituts bedarf es mehrerer Partner. Auf chinesischer Seite konnte die renommierte Schanghaier Universität gewonnen werden. Das Interesse der Uni Kassel hatte Universitätspräsident Rolf-Dieter Postlep in einem Schreiben dokumentiert, das der Präsident des Netzwerkes, Alfred Schmidt, den chinesischen Partnern überreichte. Dritter im Bunde könnte das nicht kommerziell arbeitende Netzwerk Hessen-China selbst sein. „Wir werden in Abstimmung mit dem Frankfurter Konfuzius-Institut ein Konzept vorschlagen“, sagte Schmidt.

Kassel benötige eine Sonderstellung. Dies könnten die Themen Umwelt und Energie sein, ebenso aber auch die Brüder Grimm als Entwickler der deutschen Sprache, wie es Oberbürgermeister Bertram Hilgen vorgeschlagen habe, sagte Schmidt. Die chinesische Seite habe Interesse an beiden Vorschlägen bekundet. Unterstützung gebe es auch seitens der chinesischen Botschaft.

Schmidt hofft, dass das Institut bereits 2015 Wirklichkeit wird. Es wäre dann auch Anlaufpunkt für die rund 400 Chinesen, die an der Uni Kassel studierten. Von der Stadt oder der Universität müssten dem Institut repräsentative Räume zum Mieten angeboten werden. „Das Palais Bellevue zum Beispiel würde hervorragend passen“, sagte Schmidt.

Hintergrund: Konfuzius-Institute gibt es weltweit

In den vergangenen zehn Jahren gründete China weltweit in mehr als 100 Ländern über 430 Konfuzius-Institute. In Göttingen gibt es seit einem Jahr das weltweit erste akademische Konfuzius-Institut. Die Einrichtungen befassen sich mit chinesischer Kultur und Sprache. Gesteuert werden sie von Hanban, einer Institution, die dem chinesischen Bildungsministerium zugeordnet ist. Meistens gibt es eine Dreiecks-Organisation von Hanban, einer chinesischen und einer ausländischen Universität. Jedes Institut soll eine eigene Prägung haben. Konfuzius war ein namhafter chinesischer Philosoph, der von 551 bis 479 vor Christi Geburt gelebt haben soll.

Von Jan Schlüter

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.