Noch kein voller Tarif, aber fünf Prozent mehr

Ab Januar mehr Geld für 900 Mitarbeiter der Diakonie-Kliniken

Jens Wehmeyer

Kassel. Nach starken finanziellen Einbußen in den zurückliegenden Jahren geht es für die Mitarbeiter der Diakonie-Kliniken Kassel langsam wieder aufwärts. Ihre Gehälter steigen ab nächstem Jahr um rund 5 Prozent.

Das Ziel, ab Januar 2013 wieder vollen Tarif zu zahlen, ist mit der neuen Dienstvereinbarung zwar noch nicht erreicht worden, dennoch zeigt sich Bärbel Kranz, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden. Die 900 Mitarbeiter des evangelischen Krankenhauses im Vorderen Westen, des Burgfeldkrankenhauses in Bad Wilhelmshöhe und der Frauenklinik Dr. Koch in Bettenhausen sollen ab Januar die 3,5 Prozent mehr erhalten, auf die sie in den zurückliegenden beiden Jahren wegen der Investitionen in den Ausbau des Krankenhauses verzichtet hatten. Im Januar soll es einmalig auch die tarifliche Lohnerhöhung von 4 Prozent geben, ab Februar aber nur noch 1,8 Prozent mehr.

„Wir verzichten definitiv nur auf 2,2 Prozent“, sagt die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung. „Wir haben sehr gut abgeschnitten.“ Das Weihnachtsgeld werde für 2012 und 2013 ausgezahlt. „Wir müssen nicht mehr darum kämpfen.“ Nach der 40-Stunden-Woche gelte ab 2013 auch die tarifliche Wochenarbeitszeit von 39 Stunden. Auch der Urlaubsanspruch von 33 Tagen für Mitarbeiter ab 50 Jahren bleibe bestehen.

„Das ist bares Geld“, sagt Kranz. Die Mitarbeiter der Diakonie-Kliniken, die zu dem Verhandlungsergebnis befragt wurden, seien sehr zufrieden. Seit 2005 hatten die Beschäftigten immer wieder Einbußen hinnehmen müssen. Die für zwei Jahre geltende neue Dienstvereinbarung ist laut Kranz bereits unterschrieben. „Sie wird auch so umgesetzt.“

„Wir sind sicherlich einen deutlichen Schritt weiter als vor zwei Jahren“, sagt der Geschäftsführer der Diakonie-Kliniken Kassel, Jens Wehmeyer. Da der Krankenhausausbau zur Zukunftssicherung aber bis April 2015 weitergehe und mit einer Eigenleistung von 6,6 Millionen Euro verbunden sei, schaffe man es noch nicht, den vollen Tarif zu zahlen. Alle müssten ihren Teil dazu beitragen, die Investitionen zu stemmen - die Gesellschafter zum Beispiel mit einer Aufstockung des Kapitals.

Wehmeyer verweist auf die aktuelle Investition für den Neubau an der Ecke Goethestraße/ Kirchweg in Höhe von 25,4 Mio. Euro sowie die Anschaffung von zwei medizinischen Großgeräten für 3 Mio. Euro. Der Um- und Ausbau des Krankenhauses im Vorderen Westen hat 2004 begonnen. Bis 2015 werden über 100 Millionen Euro in den Standort investiert.

Von Ellen Schwaab

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