Pop-up-Gastronomie im Wesertor

Japanische Suppen am Pferdemarkt: Im Dépanneur in Kassel gibt es Ramen

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Bei den Vorbereitungen: Susanne Wegerich in der Küche des Dépanneur

Wenn Susanne Wegerich in der Kastenalsgasse 8 ihr Bistro „Dépanneur“ für eine Pop-up-Gastronomie öffnet, dann kamen zuletzt Gäste aus ganz Kassel ins Wesertor.

Eine Pop-up-Gastronomie ist ein Restaurant, das zeitlich begrenzt oder nur zu Veranstaltungen öffnet. Wegerich veranstaltet seit einigen Jahren kulinarische Pop-ups, um, wie sie sagt, immer wieder neue Ideen und Konzepte in einem begrenzten Rahmen ausprobieren zu können. „Einerseits stille ich so meine Neugier auf neue Ideen, andererseits hoffe ich, so das gastronomische Angebot in Kassel beleben zu können“, sagt die 34-Jährige.

Die Freiheit zu experimentieren will sie auch selbst weiterhin in Anspruch nehmen. Am Wochenende (6. und 7. März) lädt sie von 18 bis 22 Uhr deshalb wieder zum Event „Ramen & Bier“. Ramen sind japanische Nudelsuppen.

Warum gerade Japan? „Ich war selbst dort und habe mich direkt in die japanische Küche und Kultur verliebt“, sagt Wegerich. „Der Anspruch an Produkte und Qualität ist ein ganz anderer als in Deutschland.“ Während der documenta 14 betrieb Wegerich zusammen mit ihrem damaligen Geschäftspartner Pelle Kossmann das Bistro Dépanneur im ehemaligen Leder-Meid-Haus am Friedrichsplatz.

Typisch für Japan: Ramen – kräftige Nudelsuppen. Foto: Susanne Wegerich/nh

Die Speisen dafür hatten sie damals schon im Dépanneur am Pferdemarkt zubereitet, weil es im Leder-Meid-Haus keine Möglichkeit dazu gab. Daher auch der Name: Dépanneur bedeutet auf Französisch Pannenhelfer. Auf die Immobilie waren sie damals eher zufällig gestoßen. Nach der documenta hatten sich Wegerich und Kossmann dann unterschiedlichen Projekten gewidmet.

Die ehemalige Gastwirtschaft, in der das Dépanneur untergebracht ist, ist mit einer Küche und einem kleinen Gastraum ausgestattet. Früher war hier das Lokal „Zum Goldenen Fässchen“. Es wurde von Kassels letztem Pferdemetzger Ferdinand Neuhauer betrieben. Sein Name steht noch immer über dem Eingang. „Die Kassler Gastroszene war lange Jahre recht träge, hat aber zuletzt an Lebendigkeit gewonnen“, sagt Susanne Wegerich. „Das ist gut, aber es braucht immer noch mehr Mut, mehr nachhaltige Konzepte, mehr Transparenz und Experimentierfreude“, findet sie. Wegerich, die außerdem noch den Cateringservice „Stulle und Gut“ betreibt, will im Dépanneur jungen Projekten dabei helfen, sichtbar zu werden, und ihr Konzept unter realen Bedingungen auf die Probe zu stellen. Zuletzt hatte auch das „Mondi“ hier sein temporäres Zuhause gefunden. Koch Pelle Kossmann und sein Team bieten im „Mondi“ regelmäßig Menüs aus regionalen Produkten und mit hohem handwerklichen Anspruch an.

facebook.com/depanneurkassel

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