Immer mehr Hinterlassenschaften von Nachtschwärmern auf Bürgersteigen

Jede Menge Scherben

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Am Morgen unterwegs: Vorarbeiter Mario Schellberg (von links), Carsten Cassemeyer und Nadine Huy von den Kasseler Stadtreinigern säubern den Bereich Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Annastraße von den Hinterlassenschaften der Feiernden.

Kassel. Zerbrochene Bier- und Schnapsflaschen auf Schritt und Tritt. Immer mehr Nachtschwärmer hinterlassen am Wochenende einen Scherbenhaufen auf Plätzen und Bürgersteigen in der Innenstadt.

Wie viele andere kennt auch der Inhaber der Stern-Apotheke das Problem: Die Jugendlichen trinken sich warm, bevor sie in die umliegenden Clubs und Kneipen gehen.

Die leeren Flaschen bleiben in Form von Scherben zurück. „Der Parkplatz sieht manchmal schlimm aus“, sagt Joachim Schulz über den Treffpunkt an der Großen Rosenstraße. Beklagen will sich der Apotheker aber nicht. Insgesamt habe sich die Situation seit dem Umbau des Bahnhofsplatzes deutlich verbessert.

Nicht nur rund um den Kulturbahnhof, auch andernorts in der Stadt hinterlassen die Nachtschwärmer ihre Spuren.„Das hat in den vergangenen zwei Jahren zugenommen“, sagt Birgit Knebel, Pressesprecherin der Stadtreiniger. Deren Mitarbeiter müssen dort, wo sich Jugendliche treffen, immer mehr Scherben und Flaschen einsammeln: an Straßenbahn-Haltestellen und vor Kneipen in der Innenstadt.

Das führt dazu, dass die Stadtreiniger auch sonntags ausrücken. Grundsätzlich bestehe an diesem Tag keine Reinigungspflicht, sagt Knebel. „Aber es sieht einfach gruselig aus. Wir sehen es als notwendig an, bei Bedarf zu reagieren.“ Die Stadtreiniger sind dann sonntags ab 6 Uhr für zwei bis vier Stunden im Einsatz, leeren Papierkörbe, sammeln Flaschen und Scherben ein.„Es gibt auch Kneipenbetreiber, die Glasscherben wegfegen“, sagt Knebel.

Schwerpunkte sind nach ihren Angaben Königsplatz, Stern, Werner-Hilpert-Straße, Bürgermeister-Brunner-Straße und Friedrich-Ebert-Straße. „Das ist immer schon ein Problem gewesen“, sagt Axel Heiser, Chef des Kasseler Ordnungsamtes. „Das ist ein Dauerthema.“

Wenn es wärmer wird, würden mehr Flaschen mit nach draußen genommen. Heiser verweist auf die Kasseler Straßenordnung, die eine Gefahrenabwehrverordnung sei. Wer öffentliche Flächen zum Beispiel durch weggeworfene Flaschen verschmutzt, müsse diese unverzüglich wieder entfernen.

Bei Verstößen gegen die Straßenordnung sei ein Bußgeld bis zu 5000 Euro möglich. „Was uns hilft, ist ein Hinweis auf den Verursacher“, sagt Heiser. „Den muss man nicht namentlich kennen.“ Wer beobachte, dass einer zum Beispiel Flaschen auf der Straße abstelle, solle dies dem Ordnungsamt per Anruf sofort melden, sodass man einschreiten könne. Der Anruf nutze nichts, wenn der Übeltäter schon weg sei. Man müsse sich auch nicht selbst in Gefahr begeben und den Missetäter zur Rede stellen. (els)

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