Anteil weiblicher Führungskräfte ist bei der Stadt und ihren Beteiligungen eher gering

Nur jeder 5. Chef ist eine Frau

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Jeder kennt diese Handhaltung der mächtigsten Person im Land: Angela Merkel. In Sachen Führungspositionen sind Frauen aber vielfach unterrepräsentiert. So auch in Kassel.

Kassel. Alles in allem gibt’s bei der Stadt Kassel und ihren Beteiligungen 206 Führungspositionen. Nur 41 dieser Chefposten in Geschäftsführungen, Vorständen sowie Aufsichts- und Verwaltungsräten haben Frauen inne. Das sind nicht einmal 20 Prozent.

Und die Tendenz zeigt nicht einmal eindeutig nach oben, wie eine am Donnerstagabend im Gleichstellungsausschuss vorgestellte Statistik belegt.

Mit Beschluss vom 23. März 2015 hat sich die Kasseler Stadtverordnetenversammlung die Erhöhung des Frauenanteils in Gremien, Vorständen und Aufsichtsräten mit städtischer Beteiligung auf die Fahnen geschrieben.

Nachholbedarf

Dass hier noch Nachholbedarf besteht, zeigt die Antwort auf den gemeinsamen Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Nach der Gegenüberstellung der Jahre 2011 und 2015 ist in der laufenden Legislaturperiode zwar die Anzahl der Frauen in Vorständen und Geschäftsführungen gestiegen – um zwei auf fünf weibliche Führungskräfte. Hingegen ging die Anzahl der Frauen in Aufsichts- und Verwaltungsräten um zwei auf 36 weibliche Führungskräfte zurück (Hintergrund).

Im Durchschnitt ist bei der Stadt und ihren Beteiligungen nur jeder fünfte Chef eine Frau. Der Überblick von den Führungspositionen in städtischen Gesellschaften und Betriebskommissionen, Aufsichts- und Verwaltungsräten, Geschäftsführungen und Vorständen weist aktuell einen Frauenanteil von insgesamt 20,2 Prozent aus.

Noch geringer fällt er für die von der Stadt oder ihren Gremien entsandten Mitglieder aus. Hier sind von 94 vergebenen Führungspositionen gerade 18 in der Hand von Frauen (19,1 Prozent). Höher liegt der Frauenanteil bei den in die Gremien entsandten Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften. Dort sind von den 65 Mitgliedern immerhin 17 Frauen (26,2 Prozent).

Keine einzige Sachkundige

Reine Männersache ist die Mitarbeit Sachkundiger. Das sind unabhängige Experten, die die Gremien beraten. Von den 14 sachkundigen Bürgern ist niemand weiblich. Nach den Gründen für den „sehr geringen Anteil der Frauen“ fragte im Ausschuss die SPD-Stadtverordnete Gabriele Jakat. Bürgermeister Kaiser (SPD) sagte, die Einflussmöglichkeiten der Stadt seien eingeschränkt.

Über die Mitglieder in Aufsichtsräten zum Beispiel entscheide nicht der Magistrat. Es sei daher an den politischen Gremien – etwa an der Stadtverordnetenversammlung und den Fraktionen –, den Anspruch zur Erhöhung des Frauenanteils umzusetzen, meinte Kaiser.

Geschäftsführungen, Vorstände und Räte

Die für die Stadt Kassel und ihre Beteiligungen angegebenen Zahlen zu Frauen in Führungspositionen für die Jahre 2011 und 2015:

Bei den Mitgliedern in Geschäftsführungen und Vorständen stieg die Zahl der weiblichen Führungskräfte um zwei auf fünf Frauen.

2015: 28 Geschäftsführer/Vorstände, davon fünf Frauen (17,9 Prozent); 2011: 34 Geschäftsführer/Vorstände, davon drei Frauen (8,82 Prozent)

Bei den Mitgliedern in Aufsichts- und Verwaltungsräten ging die Zahl der weiblichen Führungskräfte um zwei auf 36 Frauen zurück.

2015: 178 Mitglieder in Aufsichts- und Verwaltungsräten, davon 36 Frauen (20,2 Prozent); 2011: 166 Mitglieder in Aufsichts- und Verwaltungsräten, davon 38 Frauen (22,9 Prozent).

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