Bei den Jugendlichen sind Deutschstämmige in der Minderheit

Jeder dritte Kasseler hat Wurzeln im Ausland

Kassel. Über 35 Prozent der Kasseler haben mittlerweile ausländische Wurzeln. Zum Jahresende 2010 waren das 67.848 Menschen. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Allein seit 2008 hat der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund um 3,4 Prozentpunkte zugenommen. Und er wird weiter steigen.

"In 20 Jahren wird Kassel noch bunter sein als heute", sagt die städtische Integrationsbeauftragte Katrin Rottkamp. Von den Kasseler Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren haben bereits 50,4 Prozent ausländische Wurzeln, bei den Kindern bis zum ersten Geburtstag liegt der Anteil gar bei 54 Prozent.

Als Menschen mit Migrationshintergrund gelten alle, die seit Gründung der Bundesrepublik 1949 zugewandert sind, auch die Aussiedler, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer. Auch Deutsche mit einem Elternteil, der nach 1949 zugewandert ist oder als Ausländer in Deutschland geboren wurde, werden gezählt.

Mit einem Anteil von 35 Prozent liegt Kassel deutlich über dem deutschen Schnitt. 2009 bildeten die 15,7 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund 18,8 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Die Stadt reagiert mit einem Integrationskonzept auf diese Entwicklung. Der Magistrat hat das Konzept mit dem Motto "Alle gehören dazu!" bereits beschlossen, Ende Februar soll die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden. Darin geht es um Sport und Gesundheitsförderung, den religiösen Dialog, Leben und Wohnen in den Stadtteilen sowie um Bildung und Sprache.

"Die Sprachförderung im Vorschulalter ist das A und O", sagt Ullrich Bieker, Leiter des Zukunftsbüros, das das Konzept erstellt hat. 38 Prozent der deutschen Schüler in Kassel erlangten 2010 die Hochschulreife. Von den ausländischen Altersgenossen waren es nur 7,6 Prozent.

Von Ulrike Pflüger-Scherb und Marcus Janz

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