Landratswahl Kreis Kassel

Wahlbeteiligung im Keller: Nur jeder Vierte ging zur Urne

Stimme abgegeben: Ein einsamer Wähler verlässt das leere Wahllokal in Niestetal-Sandershausen. Foto: Schachtschneider

So etwas nennt man wohl einen Sieg auf niedrigem Niveau: Die Helsaer sorgten am Sonntag mit 36,5 Prozent für die beste Wahlbeteiligung unter den 29 Städten und Gemeinden im Landkreis Kassel.

Am anderen Ende der Skala findet sich Bad Karlshafen. Nur jeder Fünfte (20,7 Prozent) ging an der Nordspitze des Kreises zur Wahl.

Der geringe Zuspruch bei der Landratswahl wurde spätestens seit den Mittagsstunden auch unter den Wahlvorständen diskutiert - Zeit dafür hatten sie schließlich genug.

Damit, dass noch weniger Bürger als vor sechs Jahren zur Urne gehen würden, hatte man spätestens seit den jüngsten Landratswahlen in Südhessen gerechnet, bei denen die 30-Prozent-Marke klar verfehlt wurde. Aber ein Einbruch um 13,5 Prozentpunkte gestern im Landkreis Kassel lässt sich mit einem allgemeinen Abwärtstrend allein kaum erklären. Und so begann denn schnell die Suche nach Erklärungen. Der nunmehr nur noch mit 30 628 Stimmen wiedergewählte Landrat hatte schnell eine solche parat: Die Wähler hätten ohnehin gewusst, dass er gewählt werde und seien daher zu Hause geblieben.

Ein Blick auf die Ergebnisse zeigt tendenziell: Dort, wo die Wahlbeteiligung und damit die Mobilisierung der SPD-Wählerschaft gering war, profitierte CDU-Kandidat Patrick Weilbach. Bei den Christdemokraten war man gestern Abend verwundert darüber, dass das niedrige Alter ihres Kandidaten - der Baunataler ist gerade 27 - als Argument bei den Wählern offenbar kaum ankam.

Die Parteien werden sich das Ergebnis der Wahl und die Ursachen für die niedrige Wahlbeteiligung nun genau ansehen - und zwar besonders mit Blick auf die Kommunalwahl im März 2016.

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