Ort der letzten Ruhe: Jeder Zehnte kauft seine Grabstätte selbst

Kassel. Wo sie ihre letzte Ruhe finden wollen, entscheiden immer mehr Kasseler schon zu Lebzeiten. Die Zahl der Grabstättenvorkäufe ist nach Angaben der Kasseler Friedhofsverwaltung in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich gestiegen.

1998, als das Angebot eingeführt wurde, gab es 44 Vorkäufe. Inzwischen habe sich die Zahl bei 150 pro Jahr eingependelt.

Jährlich gibt es auf den 15 Kasseler Friedhofen etwa 1700 Bestattungen. Das heißt, dass in fast jedem zehnten Fall der Verstorbene selbst sein Grab ausgewählt hat. In vielen Landkreis-Gemeinden, beispielsweise Baunatal und Fuldatal, kann man eine Grabstätte erst im Todesfall kaufen. In Ahnatal, wo Gräber für den Friedpark auch schon zu Lebzeiten erworben werden können, ist die Nachfrage ebenfalls sehr hoch.

Vielen Menschen gebe es ein Stück Sicherheit und Gelassenheit zu wissen, wo sie später einmal ihre letzte Ruhestätte haben werden, sagt Jürgen Rehs, Leiter der Friedhofsverwaltung Kassel. Häufig spiele bei der Entscheidung auch der Wunsch eine Rolle, die Kinder, die häufig weit entfernt wohnen, zu entlasten. Die Nachfrage nach Grabstättenvorkäufen beginne im Alter ab 65 Jahren, sagt Rehs.

Von den 1500 zu Lebzeiten erworbenen Grabstätten, die seit 1998 verkauft wurden, waren laut Friedhofsverwaltung 60 Prozent Urnen- und 40 Prozent Erdbestattungsgräber. Der Trend zu den pflegelosen Friedpark-Gräbern mache sich auch bei den Vorkäufen bemerkbar. Etwa 60 Prozent entschieden sich für diese Bestattungsform.

Wer sich frühzeitig um seine Grabstätte kümmert, kann auch etwas sparen: Es gilt der Preis zum Zeitpunkt des Kaufs. In der Regel steigen die Gebühren laut Rehs im Jahresschnitt um zwei bis drei Prozent. Die Preise für Gräber, die zu Lebzeiten erworben werden können, liegen in Kassel je nach Bestattungs- und Grabart zwischen 780 und 2600 Euro.

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