Stadt will Anteil des Fahrradverkehrs in Kassel steigern – Lückenschlüsse und Ausbau des Wegenetzes

Jeder Zehnte soll Rad fahren

Christof Nolda

Kassel. In Kassel sollen künftig mehr Menschen in die Pedale treten, Die Stadt will fahrradfreundlicher werden. Den derzeitigen Fahrradanteil von sieben Prozent am Verkehrsaufkommen will der neue Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) steigern. Er will erreichen, dass mindestens jeder Zehnte das Fahrrad für Wege in der Stadt nutzt. Das Land Hessen habe sich eine Quote von 15 Prozent bis 2020 zum Ziel gesetzt. „Da möchten wir mitziehen“, sagte Nolda.

Für Strecken bis zehn Kilometer sei das Fahrrad das effektivste und klimafreundlichste Verkehrsmittel, warb der Stadtbaurat. „Das heißt, es taugt für 70 Prozent des städtischen Verkehrs.“ Damit möglichst viele umsteigen, will die Stadt das Radwegenetz weiter verbessern.

Für die kommenden Jahre ist eine Reihe von Projekten in Planung (siehe Grafik). 2012 werden an folgenden Stellen Verbesserungen für Radfahrer in Angriff genommen:

• Der Radfernweg R1 wird zwischen Landhaus Meister bis zur Stadtgrenze hinter der „Grauen Katze“ saniert.

• Im Zuge des Umbaus der Loßbergstraße entsteht auf der einen Seite ein separater Radweg, in anderer Richtung eine markierte Fahrradspur am Fahrbahnrand (Schutzstreifen).

• Beim Umbau der Goethe- und Germaniastraße entsteht ebenfalls stadteinwärts ein Radfahrstreifen, stadtauswärts ein separater Radweg.

• An der Kurfürstenstraße entstehen Radwege als Verbindung zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof.

• Auf der Wolfhager Straße im oberen Teil Harleshausens wird ein Schutzstreifen für Radfahrer markiert.

Bei 650 Kilometern städtischen Straßen sei mit 250 Kilometern ausgeschilderter Radwege bereits eine gute Quote erreicht. Deshalb gehe es vor allem darum, Lücken zu schließen, sagte Gerhard Späth, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Kassel. An einigen Stellen seien die Übergänge zwischen bestehenden Radwegen noch schlecht. So würden durch den Umbau der Loßbergstraße etwa die Bereiche Harleshausen und West verbunden. Dort gebe es bislang einen Engpass für Radfahrer.

Neben baulich abgegrenzten Radwegen greift die Stadt seit 2008 auch vermehrt auf sogenannte Schutzstreifen zurück. Das sind auf der Fahrbahn markierte Streifen für Radfahrer. Diese seien zwar nicht mit echten, separaten Radwegen vergleichbar. Aber die Markierung erhöhe die Aufmerksamkeit der Autofahrer für den Radverkehr, betonte Nolda. „Das ist nicht nur Kosmetik, das funktioniert auch.“ Vor allem wenn es nicht genug Platz für bauliche Lösungen gebe, böten sich Schutzstreifen an.

Wie viel Geld für den Radwegebau fließt, konnte die Stadt nicht beziffern, weil der Posten nicht gesondert ausgewiesen ist. Bei allen Straßenbauprojekten werde geprüft, wie man zugleich Verbesserungen für den Radverkehr erreichen könne, betonte Ingrid Steinbach, Leiterin des Straßenverkehrs- und Tiefbauamts. UMSTEHENDE ARTIKEL

Von Katja Rudolph

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