Polizei informierte Radfahrer und Fußgänger über Sicherheit im Straßenverkehr

Jedes dritte Rad hat Mängel

Vorzeigefahrrad: Jürgen Schnittger, Leiter des Verkehrserziehungsdienstes (vorn rechts), schaut sich mit seinem Kollegen Peter Weymann das Rad von Bastin Heß an. Ergebnis: einwandfrei. Foto:  Koch

Kassel. Bastin Heß gehört zu einer Minderheit. Der 27-jährige Student ist Besitzer eines verkehrssicheren Fahrrads. Nur knapp ein Drittel der Räder, die gestern in Kassel von der Polizei bei einem Aktionstag überprüft wurden, war einwandfrei. 65 von knapp hundert kontrollierten Rädern hatten Mängel.

„Meistens fehlt eine ausreichende Beleuchtung oder die Klingel“, sagt Jürgen Schnittger, Leiter des Verkehrserziehungsdienstes am Polizeipräsidium Nordhessen, der gestern mit zwei Kollegen die mobile Wache am Holländischen Platz besetzte. Auch an Wesertor, Königstor und Menzelstraße waren Streifen für die hessenweite Aktion „Zu Fuß und auf Reifen - Verkehr sicher begreifen“ im Einsatz. Insgesamt wurden 100 Radfahrer und 30 Fußgänger angesprochen.

Als Maria Einax-Wagner auf dem Mountainbike vor der Uni vorbeiflitzt, hält sie Polizeihauptkommissar Peter Weymann an. Kein Licht, kein Dynamo, keine Reflektoren in den Speichen, zählt er der aus Wellerode Angeradelten auf, was an ihrem Fahrrad fehlt. Mit dem Mountainbike fahre sie normalerweise nur im Wald, sagt die sportliche 45-Jährige. Ihr „Straßenrad“ stehe leider gerade am Büro, deshalb habe sie umsteigen müssen. Reflektoren wolle sie jetzt aber auch an dem Moutainbike anbringen, verspricht sie dem Polizisten, der sie freundlich auf die Mängel hingewiesen hat. „Ich seh’s ja ein.“

Es sei ein Irrglaube, dass nur Licht brauche, wer im Dunkeln unterwegs sei, erklärt Polizeihauptkommissar Schnittger. Eine Lichtmaschine müsse an jedem Fahrrad angebracht sein, mit dem man sich im Straßenverkehr bewege. Die Vorschriften, betont der Leiter der Verkehrserziehung, dienten letztlich der Sicherheit der Radfahrer. Aus diesem Grund empfiehlt er auch, auf dem Rad immer einen Helm zu tragen, obwohl dieser bislang nur für motorisierte Zweiräder Pflicht ist.

Auch die Kreuzung am Holländischen Platz behalten die Beamten im Blick. Fußgänger überquerten die vierspurige Fahrbahn und die Straßenbahnschienen häufig jenseits der Ampeln und brächten sich so in Gefahr, weiß Schnittger. „Für die eigene Sicherheit sollte man auch mal einen Umweg bis zum nächsten Fußgängerüberweg in Kauf nehmen.“

Die meisten der angesprochenen Menschen seien aufgeschlossen und einsichtig gewesen, bilanziert Schnittger am Abend. Zehn Euro Verwarngeld gab es jedoch für einen Mann am Wesertor, der die Hinweise der Polizei partout nicht annehmen wollte. Vier Fußgänger, die erwischt wurden, als sie bei Rot über die Straße gingen, mussten je fünf Euro zahlen. Eine Anzeige und 45 Euro Bußgeld bekam ein Radfahrer, der vor den Augen der Beamten am Holländischen Platz über zwei rote Ampeln fuhr und begründete: „Das mache ich immer so, ich gucke doch vorher, ob ein Auto kommt.“

Von Katja Rudolph

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