Expertentelefon am Mittwoch – Fragen von Bewerbern und Betrieben werden beantwortet

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Hier werden Fachkräfte gesucht: Freie Ausbildungplätze gibt es im Bereich Metallverarbeitung. Die Aufnahme zeigt das Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer zu Leipzig in Borsdorf und die angehenden Metallbauer Daniel Münzer (links) und Martin Rehn.

Kassel. Die gute Nachricht ist: Die Schere zwischen Bewerbern für eine Ausbildung und vorhandenen Plätzen schließt sich. Rein rechnerisch ist das Verhältnis inzwischen nahezu ausgeglichen. Dennoch sollte die Ausbildungsplatzsuche nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Weil im Zuge des demografischen Wandels die Schülerzahlen sinken, bemühen sich Unternehmen immer frühzeitiger um Auszubildende. Das heißt: Wer jetzt noch keinen Platz für das kommende Ausbildungsjahr hat, das im August beginnt, muss sich sputen.

Daher hat die HNA zum Tag des Ausbildungsplatzes am Mittwoch, 18. Mai, ein Expertentelefon zu diesem Thema geschaltet. Eingeladen anzurufen sind sowohl Jugendliche, die eine Ausbildung machen möchten, als auch Unternehmen, die ausbilden möchten.

„Betriebe schließen ihre Ausbildungsverträge immer früher ab, weil sie wissen, dass weniger Jugendliche am Markt sind“, beobachtet Kerstin Hinzen vom Arbeitgeberservice der Kasseler Arbeitsagentur. Das bestätigt Ursula Lange, Ausbildungsleiterin bei der Handwerkskammer (HWK) Kassel. „Deshalb lautet unser Appell auch an die Jugendlichen: Kümmert euch rechtzeitig!“

Natürlich ist ein Betrieb immer daran interessiert, den bestmöglichen Bewerber zu gewinnen. Wer aber hohe Motivation zeigt, kann unter Umständen auch nicht ganz so glänzende Noten ausgleichen. „Zauberwörter sind der persönliche Kontakt zum Betrieb und ein Praktikum im Vorfeld“, sagt Lange. „Da entstehen Bindungen, und dafür ist das Handwerk empfänglich.“ Das sei bei den der Industrie- und Handelskammer (IHK) zugehörigen Unternehmen nicht anders, sagt IHK-Ausbildungsberater Alexander Weis.

Die veränderte Situation am Ausbildungsmarkt mit dem sich abzeichnenden Bewerbermangel fordere ein Umdenken bei den Betrieben und eine Hinwendung auch zu schwächeren Bewerbern, sagt Silke Sennhenn, Sprecherin der Agentur für Arbeit. „Auch Jugendliche, die noch Unterstützungsbedarf zeigen, haben Stärken und sind für Unternehmen eine Chance, motivierte Fachkräfte zu gewinnen.“ Zudem gebe es begleitende Hilfestellungen während der Ausbildung, etwa wenn Wissensdefizite bei den Azubis vorlägen.

Damit die Rechnung aufgeht und alle Bewerber auch einen Ausbildungsplatz finden, müssten aber auch Jugendliche ihren Horizont erweitern. Wer auch jenseits der beliebtesten Berufe für eine Ausbildung offen sei und sich erkundige, in welchen Bereichen Fachkräfte gesucht werden, habe gute Chancen. Etwa im Nahrungsmittelgewerbe, in der Metallverarbeitung, im Handel und im Bereich Energietechnik sei eine Bewerbung vielversprechend.

Von Katja Rudolph

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