Pannenserie setzt sich fort - Gewerkschaft kritisiert defekte Klimaanlage und nicht angebrachte Feuerlöscher

Jetzt wird’s heiß im Revier Ost

Volker Zeidler

Kassel. Wenn Besuchern des Polizeireviers Ost derzeit in der Wache zu heiß wird, muss das nicht unbedingt bedeuten, dass sie etwas ausgefressen haben. Das hat einen einfachen technischen Grund: Die Klimaanlage funktioniert nicht.

Nach Angaben von Volker Zeidler, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bezirksgruppe Nordhessen, sind in der Wache zu wenige Kabel verlegt worden, um die Steuerung für die Klimaanlage zu betreiben. Am vergangenen Wochenende habe sich die Wache deshalb bereits auf 27 Grad erhitzt. Die Fenster könnten nicht geöffnet werden, weil Panzerglas in das Revier an der Leipziger Straße eingebaut worden ist.

„Das ist ein Kompetenzgerangel zwischen zwei Behörden, das auf dem Rücken meiner Kollegen ausgetragen wird.“

Volker Zeidler

Damit setzt sich die Pannenserie in der Immobilie, für deren polizeigerechten Umbau das Hessische Immobilienmanagement (HI) und das Hessische Baumanagement (HBM) verantwortlich sind, fort. Die nicht funktionierende Klimaanlage ist laut Zeidler nicht der einzige Mangel, der noch behoben werden muss: Die 15 Feuerlöscher, die für das Revier, in dem 90 Polizisten arbeiten, vorgesehen sind, lagern seit zwei Monaten in einem Raum. Laut Zeidler können sich HI und HBM nicht einigen, wo die lebensrettenden Gerätschaften angebracht werden sollen. „Das ist ein Kompetenzgerangel zwischen zwei Behörden, das auf dem Rücken meiner Kollegen ausgetragen wird“, sagt der GdP-Vorsitzende. Dadurch werde die eigentliche Arbeit der Beamten gelähmt. „Das ist ein Unding. Ich erwarte sachgerechte Entscheidungen.“

Zudem sei immer noch nicht die Frage geklärt, ob eine Sicherheitsschleuse gebaut werden könne, um vom Revier direkt in die Garagen zu gelangen, sagt Zeidler. Der Bau der Garagen gehe nach Verzögerungen zumindest voran. Aber einige Handwerker weigerten sich, weitere Leistungen in der Liegenschaft zu erbringen, weil das HBM offene Rechnungen nicht begleiche.

„Unser Ziel ist, dass das Gebäude funktioniert und die Mitarbeiter gut arbeiten können“, sagt HI-Sprecherin Renate Gunzenhauser. Die Feuerlöscher sollen bis spätestens 31. Mai in dem Gebäude angebracht werden. Das sei bislang nicht geschehen, da noch Abstimmungen mit der Polizei erforderlich gewesen seien. Die Feuerlöscher seien für die Beamten über den gesamten Zeitraum aber frei zugänglich gewesen.

Gewährleistung

Bis spätestens 27. Mai wolle eine Fachfirma auch die Klimaanlage in der Wache reparieren. Das falle unter die Gewährleistung. Die Ursache für die defekte Anlage sei nicht bekannt, sagt Gunzenhauser. Da das HBM die Firmen beauftrage, sei in solchen Fällen ein gemeinsames Vorgehen mit dem HI erforderlich. „Wir sind beide zuständig“, sagt die HI-Sprecherin.

Bemühungen der HNA, Mitarbeiter des HBM in Frankfurt oder Kassel mit den Vorwürfen der GdP zu konfrontieren, scheiterten gestern. Foto:  Koch

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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