Genehmigung für Neubau an Wolfhager Straße liegt vor

Nach Verzögerung: Grünes Licht für neues Jobcenter in Kassel

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Backsteinbau: Das Bielefelder Immobilienunternehmen Straßberger wird den Neubau errichten und an das Jobcenter vermieten.

Kassel. Mit mehrmonatiger Verzögerung nehmen die Pläne für das Jobcenter Kassel an Fahrt auf. Das Gelände zwischen Mombach- und Wolfhager Straße liegt aber nach wie vor brach.

Seit über eineinhalb Jahren ist klar, dass dort ein Neubau für das Kasseler Jobcenter entstehen soll. Eigentlich sollte die Arbeitsvermittlung bereits Ende 2017 umziehen. Doch weil die ursprünglichen Pläne noch mal überarbeitet werden mussten, geriet das Projekt in zeitlichen Verzug. Nun tut sich aber etwas.

Vor wenigen Tagen hat die Stadt Kassel die Baugenehmigung für das Vorhaben erteilt, wie die HNA nun auf Anfrage im Rathaus erfuhr. Damit können die Hochbauarbeiten jetzt bald starten. Wie berichtet, wird das Bielefelder Unternehmen Straßberger Immobilien den Neubau errichten und dann für zunächst 15 Jahre an das Jobcenter vermieten.

Baufläche ist vorbereitet: Der Neubau entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Unterstadtbahnhofs.

Jobcenter Kassel brauchte mehr Platz wegen Flüchtlingen

Eigentlich sollten die Bagger bereits 2016 anrücken. Wegen eines erhöhten Platzbedarfs des Jobcenters, das durch den Zuzug von Flüchtlingen deutlich mehr Menschen zu betreuen hat, wurde der Neubau noch mal umgeplant und soll etwas größer ausfallen als zunächst vorgesehen. Er wird nun 7700 Quadratmeter Fläche bieten. Derzeit hat das Jobcenter knapp 300 Mitarbeiter – zum Zeitpunkt der Ausschreibung für den Neubau waren es noch 270.

Wann die Bauarbeiten losgehen sollen, war trotz mehrfacher Anfrage der HNA bei der Firma Straßberger nicht zu erfahren. Vorbereitende Arbeiten haben auf dem Gelände dem Augenschein nach aber bereits stattgefunden.

Christian Nübling

Die Geschäftsführung des Jobcenters geht davon aus, dass die neuen Räumlichkeiten in der zweiten Jahreshälfte 2018 bezogen werden können. Das sei sowohl für die Mitarbeiter als auch die Kundschaft eine Verbesserung, so Christian Nübling, seit Monatsanfang neuer Leiter des Jobcenters. Die unvorteilhafte Verteilung auf zwei Standorte im Rathaus und im Grünen Weg habe dann ein Ende.

Platzmangel: Beratungen im Jobcenter nur abwechslend

Schon lange leidet das Jobcenter unter Platzmangel, der sich durch den Zuwachs an Kundschaft und Personal verschärft hat. So teilen sich häufig zwei Sachbearbeiter ein Büro. Um dem Datenschutz gerecht zu werden, können Beratungen dann nur im Wechsel stattfinden. Im Neubau sollen alle Mitarbeiter mit Publikumsverkehr kleine Einzelbüros haben.

Durch die zeitliche Verzögerung des Umzugs wird es im Rathaus wegen der bevorstehenden Sanierungsarbeiten nun noch enger. Glücklicherweise habe man für den Arbeitgeber-Service kurzfristig Büros am Ständeplatz anmieten können, um die Zeit bis zur Fertigstellung des Neubaus zu überbrücken, so Geschäftsführer Nübling. So ist das Jobcenter vorübergehend sogar auf drei Standorte verstreut, bevor es künftig eine zentrale Anlaufstelle an der Wolfhager Straße geben wird.

Hier soll das neue Jobcenter entstehen:

Hintergrund: Das Jobcenter Kassel

Das Kasseler Jobcenter wird von der Arbeitsagentur und der Stadt Kassel getragen. Es ist für den Großteil der aktuell rund 8750 Arbeitslosen in der Stadt zuständig. Fast 6600 davon werden vom Jobcenter betreut. Die Arbeitsagentur kümmert sich um Arbeitslose, die weniger als ein Jahr ohne Job sind. Sie erhalten Arbeitslosengeld I, das sich am letzten Gehalt bemisst. Das Jobcenter ist für die Menschen zuständig, die schon länger ohne Arbeit sind. Sie erhalten Arbeitslosengeld II (Hartz IV). Neben den Arbeitslosen selbst versorgt das Jobcenter auch deren Kinder und Partner, wenn diese nicht für ihren Unterhalt aufkommen können (Bedarfsgemeinschaften). Insgesamt erhalten 25 400 Menschen in Kassel Leistungen des Jobcenters.

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