Kassel: Arbeitslosenquote steigt leicht auf 10,3 Prozent

Das Jobwunder legt Sommerferien ein

Kassel. Im Bezirk der Arbeitsagentur Kassel und in der Stadt selbst gibt es wieder mehr Arbeitslose als vor einem Monat, aber deutlich weniger als vor einem Jahr. Insgesamt hatten 21 635 Menschen keine Stelle. Die Arbeitslosenquote lag damit im Juli im Agenturbezirk bei 7,1 und in der Stadt Kassel bei 10,3 Prozent.

Vor einem Monat waren sie mit 6,9 Prozent im Bezirk und mit 10,0 Prozent in der Stadt niedriger gewesen. Ein Abbruch des Aufschwungs ist diese Entwicklung nach Worten von Detlef Hesse, Leiter der Arbeitsagentur Kassel, nicht. Das Jobwunder macht vielmehr Sommerferien. Denn die neu hinzugekommenen Arbeitslosen sind meist junge Menschen, die ihre Ausbildung beendet, aber noch keinen Anstellungsvertrag in der Tasche haben. Hinzu kommt das Quartalsende, ein Stichtag für viele Kündigungen. Der Anstieg sei also saisonbedingt.

Aufs Jahr betrachtet, nahm die Arbeitslosigkeit stark ab. Im Juli 2009 hatte die Quote im Agenturbezirk noch 8,3 Prozent betragen, damals gab es fast 4000 Arbeitslose mehr als heute.

Vom Aufschwung profitieren Menschen, die seit mehr als einem Jahr keine Stelle haben, fast genauso stark wie der Durchschnitt der Arbeitslosen. Denn die Unternehmen meldeten mehr freie Stellen als vor einem Monat und vor einem Jahr. Ein Treiber ist die Zeitarbeit. Gleichzeitig geht die Kurzarbeit zurück. Die Meldungen aus Unternehmen seien auf ein Niveau gesunken „wie wir es vor der Krise hatten“, sagt Hesse.

Insgesamt 1274 Jugendliche suchen über die Arbeitsagentur derzeit einen Ausbildungsplatz. Ihnen stehen 848 freie Lehrstellen gegenüber – auf zwei Stellen kommen demnach rechnerisch drei Bewerber. Vor allem kaufmännische Berufe, Industriemechaniker und Mechatroniker stehen auf der Wunschliste der Bewerber obenan.

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Von Barbara Will

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