Holzhändler nutzt in Geschäftshaus 1000 Quadratmeter für eigene Verwaltung – Dänisches Bettenlager zieht mit ein

Jordan baut an der Bahnbrücke

Parkplätze vorm Haus: So wird der Neubau von der Frankfurter Straße aus aussehen. Repro: Fa. Jordan

Niederzwehren. Am Bahnhof Niederzwehren ändert die Frankfurter Straße ihr Gesicht: Stadtauswärts hinter der Eisenbahnbrücke baut der Holz- und Bodenbelagsgroßhändler W & L. Jordan in zweiter Reihe ein Büro- und Geschäftshaus.

Am Freitag wurde Richtfest gefeiert, rund um den Jahreswechsel sollen die ersten Mieter einziehen. Darunter ist die Firma Dänisches Bettenlager, die ihre Filiale von der Frankfurter Straße 239 in den Neubau verlegt. Um dort Raum für Kundenparkplätze zu schaffen, wird das bereits entkernte Vordergebäude Frankfurter Straße 174 bis zum Jahresende abgerissen. Die darin bisher ansässige Werbeagentur ist in Containern auf dem Gelände untergebracht, bis ihre neuen Räume fertig sind. Einziehen werden in das neue Haus außerdem ein Getränkemarkt, ein Werbemittelvertrieb sowie die Berufskrankenkasse Wirtschaft & Finanzen mit Sitz in Melsungen, die in Niederzwehren einen zweiten Standort errichtet.

Beim Richtfest: (von links) Architekt Jörn Beissner, Bauherr Jörg Ludwig Jordan, Vorstandschef Hans-Ulrich Hujer und Polier Matthias Bust von der Baufirma Hermanns, Jordan-Seniorchef Horst-Dieter Jordan sowie Hermanns-Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Fenge. Foto:  Schachtschneider

Als Bauherrin wird die Firma Jordan selbst ein gutes Viertel der 3700 Quadratmeter Nutzfläche belegen und dort ihre Verwaltung vis-à-vis vom Firmensitz am Töpfenhofweg zentral unterbringen. Das sei der Hauptgrund für die Fünf-Millionen-Euro-Investition gewesen, sagte Geschäftsführer Jörg Ludwig Jordan beim Richtfest. Durch stetiges Wachstum in den vergangenen Jahren reiche der Büroraum längst nicht mehr aus. Das Firmengelände des bundesweit aktiven Holzhandelshauses mit 955 Mitarbeitern erstreckt sich inzwischen über diverse Einzelflächen von der Frankfurter Straße über den Glockenbruchweg bis an die Eugen-Richter-Straße. Dort hatte Jordan zuletzt die frühere Coca-Cola-Abfüllfabrik zwecks Lager-Erweiterung erworben.

Wie es sich für das Geschäftsfeld des Unternehmens geziemt, kommen für den Neubau an der Frankfurter Straße hunderte Kubikmeter Holz zum Einsatz. Auf einem Stahlbetongerüst werden die komplette Fassade, das Dach und alle Trockenbau-Innenwände in Holzbauweise ausgeführt. Jörg Ludwig Jordan wies auf die Umweltvorteile dieses nachwachsenden Baumaterials hin: Der geballte Holz-Einsatz am Neubau entspreche „720 Tonnen Kohlendioxid, die dauerhaft der Erdatmosphäre entzogen sind“.

Boden war belastet

Aufgrund von Behördenvorschriften habe man sich auch in den Anfängen des Bauprojekts mit der Umweltproblematik befassen müssen: Auf dem bahnhofsnahen Grundstück, das Firmensenior Horst-Dieter Jordan in den 1970er-Jahren gekauft hatte, sei der Boden als Folge des Krieges mit Schadstoffen kontaminiert gewesen. Insgesamt 350 Tonnen Erdreich mussten vor dem Baustart auf Spezialdeponien entsorgt werden, berichtete Jordan: „Wenn wir nicht zu bauen angefangen hätten, würde das hier vielleicht noch 1000 Jahre im Boden liegen.“

Von Axel Schwarz

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