Unterstützung vermisst

Jüdische Gemeinde in Kassel hat nach Pro-Palästina-Demos Angst

Kassel. Die jüdische Gemeinde fürchtet nach den beiden pro-palästinensischen Demonstrationen in der vergangenen Woche Angriffe. Man fühle sich bedroht durch das aggressive Auftreten der Demonstranten und vermisse eine klare Unterstützung von der Stadt und den anderen Kirchen, sagte die Gemeindevorsitzende Ilana Katz.

Gemeinsam mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und dem Bündnis gegen Antisemitismus forderte sie die Polizei auf, judenfeindliche Äußerungen strafrechtlich zu verfolgen.

Katz schilderte, dass seit den Demonstrationen mehrere der 900 Gemeindemitglieder persönlich beleidigt und bedroht worden seien – auch im Internet. Darunter auch ihre 13-jährige Tochter. Ihre Gemeinde stehe Gesprächen mit muslimischen Vereinen offen gegenüber – mit einigen habe man in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet. Zudem werde sie mit einem Offenen Brief und einer Unterschriftensammlung für die Solidarität mit ihrer Gemeinde werben.

Manfred Oelsen, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, beschrieb die Reaktionen aus Israel. Seine dortigen Bekannten seien erschüttert, dass in Deutschland wieder Hass-Parolen gegen Juden gebrüllt würden. Die Kritik an den Militäraktionen der Israelis in Gaza sei überzogen.

Archiv-Fotos der Demonstration

Kassel: 2000 gingen für Palästina auf die Straße

Jonas Dörge vom Bündnis gegen Antisemitismus sprach von eindeutigen Straftaten bei den Demonstrationen. Als Beleg wurde ein Foto aus Kassel gezeigt, das einen Teilnehmer mit Hitlergruß zeigte.

Die Polizei hatte die Pro-Palästina-Demonstrationen gefilmt, bei denen bis zu 2000 Menschen auf der Königsstraße marschierten. Laut Polizei wurden bei der Auswertung keine strafbaren Handlungen festgestellt.

Ein Interview lesen Sie in der HNA-Samstagsausgabe.

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