Stadt streicht Zuschuss für Einrichtung an Treppenstraße - Letzter Tag der offenen Tür

Jugendcafé muss schließen

Vor dem Aus: Das Jugendcafé an der Treppenstraße wird zum Jahresende voraussichtlich schließen. Ohne den Zuschuss der Stadt können die Träger den Betrieb nicht mehr finanzieren. Foto: Malmus

Kassel. Nach sechs Jahren steht das Jugendcafé in der Treppenstraße vor dem Aus. Weil die Stadt Kassel ihren Zuschuss streicht, muss die Einrichtung zum Jahresende voraussichtlich schließen. Bisher hatte die Stadt das Jugendcafé mit 20 000 Euro im Jahr unterstützt.

„Den Jugendlichen geht damit ein wichtiger nicht-kommerzieller Treffpunkt in der Innenstadt verloren“, sagt Uta Feußner, Stadtjugendpfarrerin der evangelischen Kirche. Das Café an der Treppenstraße wird gemeinsam von der Evangelischen Jugend, dem Jugendring, dem Katholischen Jugendreferat und dem CVJM in Kassel getragen.

Es hat dreimal pro Woche nachmittags geöffnet, wobei laut Feußner jedes Mal etwa 20 Jugendliche kommen. Sie können Billard und Kicker spielen, Hausaufgaben machen, im Internet surfen, Musik hören oder einfach nur abhängen und sich unterhalten. Wasser und Tee gibt es gratis, andere Getränke (nur nicht-alkoholisch) zum Selbstkostenpreis.

Ohne den städtischen Zuschuss kann die Trägergemeinschaft das für alle Jugendlichen offene und von Sozialpädagogen betreute Angebot nicht mehr finanzieren. Der Versuch, Spenden in Höhe von 20 000 Euro als Ersatz einzuwerben, sei leider nicht geglückt, sagt Feußner. Gerade im Jahr des Stadtjubiläums seien die Spendenbudgets bei potenziellen Gebern schon ausgeschöpft.

Auf Anfrage bei der Stadt Kassel heißt es, die 20 000 Euro stünden im Haushalt 2014 weiter für Jugendarbeit zur Verfügung. „Allerdings soll es ein stadtweites ganzheitliches Konzept Mädchenarbeit geben. Dazu werden die Mittel gebündelt“, schreibt Stadtsprecherin Petra Bohnenkamp.

Für Donnerstag, 12. September, lädt die Trägergemeinschaft von 16 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ins Jugendcafé ein – vermutlich der letzte. Dabei gehe es auch um ein Stück „Trauerarbeit“, sagt Feußner. Die Jugendlichen bedauerten die bevorstehende Schließung sehr.

Ganz aufgeben wollen die Träger allerdings nicht. Sie überlegen, ob der „B-Weg-Punkt“-Bus der Evangelischen Jugend wenigstens einmal pro Woche am Florentiner Platz Station machen könnte, um den Jugendlichen weiter einen Anlaufpunkt zu geben. www.jugendcafe-treppenstrasse.de Kontakt: Uta Feußner, Tel. 0561 / 70 97 30.

Von Katja Rudolph

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