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Jugendliche finanzierten neue Hütte im Weidepark mit Preisgeld

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Von: Amir Selim

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Das Gewinner-Team: Unterstützerin Raphaela Becker (von links), Suphi Sahut, Yasin Umeyr Sakin, Aneishan Anathanathan und Jeff Küchmann mit der Urkunde des hessischen Partizipationspreises vor der neuen Hütte im Weidepark.
Das Gewinner-Team: Unterstützerin Raphaela Becker (von links), Suphi Sahut, Yasin Umeyr Sakin, Aneishan Anathanathan und Jeff Küchmann mit der Urkunde des hessischen Partizipationspreises vor der neuen Hütte im Weidepark. © Amir Selim

Eine neue Hütte im Weidepark wurde kürzlich eingeweiht. Entstanden ist sie durch das Engagement junger Menschen aus dem Stadtteil. Für ihre Bemühungen bekamen sie 2020 einen Preis.

Philippinenhof – Mit einem Comic 10 000 Euro gewinnen und damit eine Hütte finanzieren: Das haben junge Menschen aus dem Kasseler Stadtteil Philippinenhof geschafft. Sie hatten 2020 den hessischen Partizipationspreis gewonnen und damit eine Hütte im Weidepark finanziert. Jetzt konnte diese feierlich eingeweiht werden.

„Ein stolzes Produkt“ nennen sie die neue Hütte, die im Sommer fertiggestellt wurde. „Hier treffen sich viele Gruppen. Bisher hat aber ein Schutz vor schlechtem Wetter gefehlt“, sagt Aneishan Ananthanathan, Ideengeber des Projekts. Zusammen mit Suphi Sahut, Yasin Umeyr Sakin, Jeff Küchmann, Erden Öztep und Ömer Bayraktar hatte er ein klares Ziel vor Augen.

Doch bis sie das Projekt realisieren konnten, war es ein langer Weg. In den Jugendräumen Philippinenhof fing alles an, dort verbringen die Jugendlichen des Stadtteils viel Zeit, und dort trafen sie auf Raphaela Becker vom Verein Kopiloten. Sie machte die Jugendlichen auf den hessischen Partizipationspreis aufmerksam, bei dem das Engagement von Kindern und Jugendlichen mit bis zu 10 000 Euro gefördert werden kann. Für den Preis erstellten sie einen Comic: „Unsere Hütte für alle“. Gezeigt wird der Ablauf des Projekts, darunter die Arbeiten an einem Modell der Hütte und die Überzeugungsarbeiten gegenüber der Politik.

Der Comic: Ausschnitt aus dem Punkt Magazin, in dem „Unsere Hütte für alle“ erschienen ist, mit dem die Gruppe den hessischen Partizipationspreis gewann. Grafik: privat
Der Comic: Ausschnitt aus dem Punkt Magazin, in dem „Unsere Hütte für alle“ erschienen ist, mit dem die Gruppe den hessischen Partizipationspreis gewann. Grafik: privat © Privat

Offenes Ende im Comic - Happy End in der Realität

Während im Comic das Ende noch offen gehalten wird, durfte sich die Gruppe in der Realität über den Preis freuen. Damit gerechnet haben sie nicht: „Als Raphaela uns darüber informierte, dass wir gewonnen haben, konnten wir es nicht glauben“, sagt Suphi Sahut.

Dankbar sind sie für die Unterstützung Beckers während des Projekts: „Es gab viele Momente, in denen wir dachten, dass es nichts wird und wir aufgeben wollten“, sagt Sahut.

Aber dann habe Raphaela Becker sie weiter motiviert. Entscheidend sei jedoch die Arbeit der Jugendlichen gewesen: „Was sie geschafft haben, ist nicht selbstverständlich“, sagt Becker. Die Jugendlichen aus dem Stadtteil würden sonst eher negativ wahrgenommen. Jetzt konnte eine Gruppe mit ihrem Engagement den Stadtteil aufwerten.

Ein mühsamer Weg durch die Gremien

Die Hütte kostete insgesamt 22 000 Euro. Neben dem Preisgeld unterstützten die Ortsbeiräte Philippinenhof und Nord-Holland sowie die Stadt Kassel das Projekt. Einfach war es jedoch nicht, die Unterstützung zu bekommen: „Wir mussten uns mit vielen Ämtern herumschlagen und viele Klinken putzen“, hieß es aus der Gruppe. Dass sie die Hütte trotzdem in knapp drei Jahren realisieren konnten, sei bemerkenswert. „Andere Projekte brauchen da länger“, sagt Becker.

Dabei wurde der Prozess durch die Corona-Pandemie verzögert. Dem Zusammenhalt der Gruppe hat es nicht geschadet: „Wir mussten uns öfter sehen, haben viel Zeit zusammen verbracht“, sagt Sakin und schmunzelt. Dabei haben sie viel Spaß gehabt und zusammen gelacht.

Der Erfolg des Projekts soll jungen Menschen nun Mut machen, sich zu engagieren: „Man muss immer am Ball bleiben. Wenn man sich für etwas einsetzt, kann man auch etwas bewegen“, sagt Sahut. (Amir Selim)

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