15- und 16-Jähriger hatten Alibi

Überfall auf Radfahrer: Jugendliche entlastet

Kassel. Ein angeblich schneller Fahndungserfolg für die Polizei hat sich am Freitag in Luft aufgelöst: Nachdem die Polizei am Donnerstag angegeben hatte, ein 15- und ein 16-Jähriger aus Kassel hätten einen 24 Jahre alten Radfahrer ausgeraubt, musste sie sich nun korrigieren.

Die beiden Jugendlichen, die am Abend kurz nach dem Raubüberfall auf einen 24 Jahre alten Fahrradfahrer von der Polizei wenige hundert Meter vom Tatort entfernt vorläufig festgenommen worden waren, haben den bisherigen Ermittlungen zufolge offenbar nichts mit der Tat zu tun, meldete Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Dies ergaben weitere Ermittlungen am Abend. "Einige markante Übereinstimmungen in der Beschreibung der Bekleidung der Täter hatten zur Überprüfung der beiden Verdächtigen auf dem Waldauer Fußweg geführt", so Jungnitsch. Die Alibiüberprüfungen ergaben aber, dass sie die Tat nicht verübt haben konnten. Sie wurden am Abend wieder auf freien Fuß gesetzt.

aktualisiert um 12.45 Uhr

Gegen den 15-Jährigen leiteten die Polizeibeamten allerdings ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes ein. Bei ihm wurde ein Schlagring gefunden und sichergestellt.

Der 24-jährige Radfahrer war zwischen der Aral-Tankstelle in der Nürnberger Straße und der Lilienthalstraße gegen 17 Uhr mit Gewalt vom Fahrrad geholt und beraubt worden, so die Polizei. Als er am Boden lag, raubten die Täter sein Handy und die Geldbörse. Als der Täter das schon ältere Handymodell sah habe er nur geäußert, „was das denn für ein Scheiß“ sei und habe das Funktelefon einige Meter weit weggeschleudert. Es wurde in der Nähe des Tatortes später gefunden.

Danach hätten die Täter nach dem Portmonee verlangt. Als sie dieses hatten, rannten sie den Angaben des Opfers zufolge über die B 83 hinweg auf einen hinter einer Hecke liegenden Parkplatz am Rande des dortigen Kleingartengeländes. Hier verlor sich die Spur.

Täterbeschreibung

Der Radfahrer wurde leicht verletzt und konnte mittlerweile von der Polizei befragt werden. Er gab folgendes zu den Tätern an: Die beiden jungen Männer sollen nach Angaben des Überfallenen „Deutsch mit südländischem Akzent“ gesprochen haben. Der kleinere von beiden sei etwa 170 bis 180 cm groß gewesen, der zweite Mann deutlich größer. Dieser soll nach Angaben des Zeugen von der kleineren Person mit „Murat“ angesprochen worden sein. Der Kleinere habe kräftig bis korpulent gewirkt und eine schwarze, daunenähnliche Winterjacke sowie eine graue Mütze aus dickem Stoff mit einem Emblem getragen.

Hinweise zur Tat oder den Tätern richten mögliche Zeugen bitte an das Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel, Tel.: 0561 – 9100. (tat)

Rubriklistenbild: © dpa

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