Jugendliche versuchen mit falschen Angaben, Zeitschriftenabos zu verkaufen

Kassel. "Haben Sie schon mal vom Schülerbotendienst gehört?" Mit diesem Gesprächseinstieg versuchen Jugendliche in der Kasseler Innenstadt Passanten für ein angebliches Sozialprojekt zu gewinnen.

Sie geben vor, kostenlose Probeabonnements für Zeitschriften zu vertreiben, die sich dann aber als kostenpflichtige Jahresverträge entpuppen. Ausgetragen würden die Zeitschriften von sozial benachteiligten Jugendlichen, die dadurch ein Taschengeld verdienen können, geben die Werber an.

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Nie bestellt, aber abgebucht

Der Verbraucherzentrale Hessen ist das Problem bekannt. "Wir erhalten regelmäßig Beschwerden von Personen, die auf die Masche reingefallen sind", berichtet Ute Bitter, Juristin der Verbraucherzentrale Hessen.

Zu hören bekomme man allerlei herzzerreißende Geschichten: Die Austräger seien ehemalige Drogenabhängige, die sich in einem Resozialisierungsprogramm befänden. Lässt man sich auf das angebliche Probeabo ein, wird man gebeten, auf einem Formular seine persönlichen Daten samt Kontoverbindung preiszugeben. Das sei nur für eine Bonitätsprüfung, versichern die jungen Verkäufer dann.

"Die Formulare sind so geschickt gefaltet, dass man nicht erkennen kann, was man unterschreibt", erklärt Bitter. Sie warnt davor, persönliche Daten auf der Straße preiszugeben.

Verantwortliche bekannt

Laut Bitter kommen die Verkäufer von der VSR-Verlag Service GmbH. Die Verbraucherzentrale Hamburg reichte bereits Klage gegen die trügerische Masche des Verlags ein. Das Landgericht München entschied daraufhin im September 2011, dass der VSR-Verlag nicht mehr mit falschen Versprechen für Zeitschriftenabos werben darf.

Auch dürfen nicht ohne Genehmigungen Verträge auf der Straße geschlossen werden. Dafür bedürfe es einer Reisegewerbekarte, teilt das Kasseler Ordnungsamt mit. Diese gestattet berufliche Tätigkeiten außerhalb von Geschäftsräumen auf bestimmten öffentlichen Plätzen.

In Kassel waren die dubiosen Werber Passanten zufolge verstärkt in der Weihnachtszeit aktiv.

Von Daniel Göbel

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