„Er hatte ein großes Herz für Kinder“

Jugendsozialarbeiter Ibrahim „Ibo“ Muclu ist tot

Starb 35-jährig: Ibrahim Muclu

Nord-Holland. Der Jugendsozialarbeiter Ibrahim „Ibo“ Muclu ist tot. Muclu war durch zahlreiche Projekte der Kasseler Jugendhilfe in der Stadt bekannt. Am vergangenen Sonntag starb er in der Universitätsklinik Hannover nach einer langjährigen Lebererkrankung im Alter von 35 Jahren.

Er sprach die Sprache der Jugendlichen, die Integration von Migranten lag ihm besonders am Herzen. „Er hat Integration gelebt“, sagt Boris Mijatovic, der mit „Ibo“ viele Sportprojekte umgesetzt hat.

Nach seinem Studium der Sozialpädagogik hat Muclu viele Jahre das Mitternachtssportangebot an der Schillerstraße betreut. Später wurde er Mitarbeiter des Jugendzentrums Schlachthof in der Kasseler Nordstadt. Muclu genoss in der Stadt ein hohes Ansehen, hatte in vielen Stadtteilen Arbeitskreise betreut. „Muclu verstand es, zwischen den Welten der Jugendlichen und Erwachsenen, zwischen Migranten und Deutschen zu vermitteln und zu versöhnen“, sagt Mijatovic.

Muclus große Leidenschaft war der Fußball. Zusammen mit dem Internationalen Bund initiierten er und Mijatovic das Straßenfußballprojekt „Streetbolzer“, zuletzt an der Hegelsbergschule. Freunde und Kollegen beschreiben ihn als engagierten und konsequenten Jugendarbeiter, der stets den Kontakt und die Kommunikation gesucht, auf die Einhaltung von Regeln bestanden und vielen Jugendlichen Wege in die Gesellschaft aufgezeigt hat. Die letzten vier Jahre seines Lebens arbeitete er in der offenen Kinder- und Jugendarbeit des Schlachthof, wo der gebürtige Kasseler türkischer Abstammung selbst groß geworden ist. Unter anderem betreute er das Projekt „Miteinander statt gegeneinander“.

„Er hatte ein großes Herz für Kinder“, sagt Sabine Pach vom Jugendzentrum. Und er habe sich vor allem für die Kinder mit ausländischen Wurzeln engagiert. Durch seine türkischen Sprachkenntnisse habe er zu vielen Migranten schnell Zugang bekommen.

Auch Pach schätzte ihn als Freund und Kollegen sehr. Er habe für alle immer ein offenes Ohr gehabt. Ähnlich äußert sich Mijatovic: „Kassels Straßenfußballer verlieren mit Ibrahim Muclu einen verlässlichen Freund, den sie immer ansprechen und nicht nur nach einem Ball fragen konnten.“ Ibrahim Muclu, der am Dienstag beigesetzt wurde, hinterlässt zwei Schwestern und einen Bruder. (mkx)

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