Container soll als Unterstand dienen - Basketballplatz favorisiert

Zweiter Jugendtreffpunkt in Waldau: Ortsbeirat stellt die Weichen

Als Jugendtreffpunkt im Gespräch: Der Basketballplatz am Heizwerk (links). Laut Ortsvorsteher Bonn will das Umwelt- und Gartenamt dort bald wieder Basketballständer aufstellen. Foto: Dilling

Waldau. Die Diskussion um einen weiteren Jugendtreffpunkt - neben dem Jugendzentrum - in Waldau währt schon lange. Jetzt hat der Ortsbeirat während seiner jüngsten Sitzung mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss die Weichen dafür gestellt.

Eine Vorentscheidung über den Standort fällt möglicherweise am 18. April. Dann will das Gremium mit der Stadtjugendpflege und weiteren Fachämtern den Basketballplatz am Heizwerk Waldau und den Abenteuerspielplatz besichtigen.

Beide Standorte liegen an der Waldemar-Petersen-Straße in der Nähe des Wahlebachs. Cornelia Stephan von der Kasseler Kinder- und Jugendförderung machte während der Sitzung deutlich, dass sie den Basketballplatz am Heizwerk favorisiert. Dort wäre nicht nur Platz für den Container, der Jugendlichen als Unterstand dienen könnte, sondern auch die Möglichkeit, den Treffpunkt mit einem Strahler auszuleuchten. „Soziale Kontrolle ist wichtig. Im Dunkeln macht die Drogenszene gern Geschäfte“, sagte Stephan.

Mit diesen Worten machte sie deutlich, dass das Projekt durchaus Risiken birgt. Es wurde in der Sitzung daran erinnert, dass bereits ein Projekt für einen offenen Jugendtreff gescheitert ist, bei dem am Ende der Bauwagen, die Unterkunft der Jugendlichen, in Flammen aufging. Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD) wies darauf hin, dass es vier unterschiedliche Jugendgruppen in Waldau sind, denen man Angebote machen müsse. Jutta Schwalm (CDU) erinnerte daran, dass der städtische Jugendarbeiter Ricardo Mason skeptisch sei, ob sich diese Gruppen vertragen würden. Auf dem Schulhof der Grundschule, der inzwischen für abendliche Treffs gesperrt ist, habe es außerdem häufig Probleme mit Dreck, Lärm und Scherben gegeben.

Am Ende war man sich einig, dass Risiken eingegangen werden müssen. Es sei ein pädagogisches Konzept nötig, und und die Jugendlichen müssten in die Planung einbezogen werden, sagte der stellvertretende Ortsvorsteher Dirk Seeger. Dafür ist auch Stephan. Allerdings könne man keine 24-Stunden-Betreuung bieten. Wenn Alkohol und Drogen Probleme machen, werde man Ordnungsamt oder Polizei einschalten.

Bei der Finanzierung des Projekts ist möglicherweise der Ortsbeirat noch gefragt. Die Kosten für Kauf, Transport und Umbau des Containers beziffert Stephan auf 3500 Euro. 2500 Euro gibt es von der Stadt für die Anschubfinanzierung, weiteres Geld ist für eine Graffiti-Aktion vorgesehen. Ortsvorsteher Bonn regte an, wegen des Containers bei einer Firma im Güterverkehrszentrum nachzufragen, die solche Behälter aufarbeitet. (pdi)

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