Intensivtäter: Elf Kasseler Jugendliche begingen 98 Straftaten in einem Jahr

Kassel. Trotz intensiver Betreuung gelingt es der Polizei nicht, einige jugendliche Straftäter in den Griff zu bekommen. Im vergangenen Jahr haben elf von ihnen in Kassel und Umgebung 98 Straftaten begangen.

Das ist ein Teil der Bilanz des Projektes Basu21 des Polizeipräsidiums Nordhessen. Basu21 steht für besonders auffällige Straftäter unter 21 Jahren.

In der Arbeitsgruppe werden seit etwa einem Jahr Kinder, Jugendliche und Heranwachsende mit kriminellen Verhaltensmustern von vier Polizeibeamten eng begleitet. Ziel der intensiven Betreuung ist es, dass eine langfristige kriminelle Karriere zu verhindern.

Dennoch fällt die Bilanz von Polizeipräsident Eckhart Sauer und Basu21-Leiter Peter Hugo positiv aus. „Das Konzept von Basu21 macht deutlich, dass der Prävention bei der Bekämpfung der Jugenddelinquenz eine besondere Rolle zukommt“, sagte Sauer. Es sei wichtig, unmittelbaren Kontakt zu den Betroffenen zu halten.

Die 33 Probanden der Gruppe hatten 2009 insgesamt noch 238 Straftaten begangen. 2010 reduzierte sich die Zahl deutlich auf 128, wobei 98 davon elf Jugendlichen zugeschrieben wurde. Sechs Probanden haben hingegen gar keine Straftat mehr begangen.

Der Großteil der Delikte setzte sich wie folgt zusammen: 37 Fälle von Diebstahl beziehungsweise Unterschlagung, 26 Fälle von Körperverletzung, 19 Fälle von Raub beziehungsweise Erpressung. In vier Fällen leisteten die Jugendlichen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Bei Basu21 werden jugendliche Intensivtäter betreut, in den letzten zwölf mindestens fünf Mal polizeilich in Erscheinung getreten sind, darunter mindestens ein Gewaltdelikt. Darüber hinaus müsse eine positive Prognose erstellt werden können. Durch die intensive Betreuung soll ein weiteres Abgleiten in die Kriminalität verhindert werden. (clm)

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