Eon verlost Plätze für Hälfte der Teilnehmer

Kritik an hoher Startgebühr: Läufer brauchen Sponsoren für Mini-Marathon

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Junge Läufer auf der Strecke: Fast 2500 Schüler aus Stadt und Landkreis waren im vergangenen Mai beim Mini-Marathon dabei. Mit 3000 rechnen die Veranstalter im nächsten Jahr.

Kassel. Wenn sich im Mai 2011 Nordhessens Läufer beim mittlerweile fünften Kassel Marathon messen, werden auch wieder Tausende Kinder auf die Strecke gehen: 4,2195 Kilometer gilt es für die Schüler im Buga-Gelände zu bewältigen.

Die Startgebühr für den Mini-Marathon beträgt erneut zwölf Euro. Für viele Familien ist das zu viel Geld, kritisieren mehrere Kasseler Schulen.

„Damit jedes Kind teilnehmen kann, sind wir auf Sponsoren angewiesen“, sagt Petra Machmar. Die Lehrerin der Hupfeldschule, die die Schüler fürs Laufen begeistern will, hat deshalb den Ortsbeirat Wehlheiden um finanzielle Unterstützung gebeten. Auch Marion Rauch-Spohr, zuletzt Lehrerin an der Grundschule Kirchditmold, jetzt in Harleshausen, ist auf Sponsorensuche gegangen: „Zwölf Euro können nicht alle Familien aufbringen, zumal jene, die Unterstützung brauchen, oft mehr als ein Kind haben.“ Sie hatte besserverdienende Eltern gewinnen können, das Startgeld nicht nur für das eigene, sondern auch für Kinder finanzschwacher Eltern zu übernehmen. Auch der Förderverein der Schule habe was dazugegeben, sagt Rauch-Spohr. In Harleshausen will sie erneut aktiv werden und wenn nötig Geschäftsleute des Stadtteils um Unterstützung bitten.

Zudem wird sich die Grundschullehrerin an der Verlosungsaktion von Eon Mitte beteiligen. Der Titelsponsor des Marathons übernimmt die Kosten für 1500 Startplätze. Noch bis zum 21. Januar können sich Schulen bewerben. Doch wird dies nicht für alle jungen Teilnehmer reichen: Waren beim vergangenen Lauf fast 2500 Kinder aus 48 Schulen an den Start gegangen, so rechnet Marathon-Chef Winfried Aufenanger im kommenden Jahr mit etwa 3000 Anmeldungen. Denn anders als im vergangenen Mai liegt das Großereignis 2011 nicht an einem Wochenende mit Brückentag.

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Mini-Marathon 2010 mit mehr als 2000 Startern

Aufenanger weiß, dass zwölf Euro Startgebühr für viele Kinder eine hohe Hürde darstellen und wirbt daher intensiv um Sponsoren. Der Organisator rechnet vor, dass er eigentlich 18 Euro Startgebühr für den Mini-Marathon verlangen müsste: Anmeldung, Bankkosten, Mehrwertsteuer, Nebenkosten für Wasser, Strom und Toiletten, Startnummern, Medaillen und Urkunden, Absperrungen, Ergebnisdienst und auch die Genehmigung, durch die Buga zu laufen - aus all diesen Posten setze sich die Gebühr zusammen. „Der größte Sponsor sind letztlich wir als Veranstalter“, sagt Aufenanger. Er begrüße daher den Vorstoß einzelner Lehrer, Eltern, Firmen und Gremien um finanzielle Unterstützung zu bitten. „Unser Ziel muss sein, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, sich zu beteiligen.“

Zumindest für die Hupfeldschule verkündete Wehlheidens Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) gestern Positives: 500 Euro erhält die Grundschule für die Teilnahme am Mini-Marathon. Das Geld stammt nicht aus Dispomitteln – ob das überhaupt der richtige Topf ist, darüber hatte der Ortsbeirat jüngst diskutiert – sondern aus der Wehlheider Weihnachtswette. (abe)

Schulen können sich bis zum 21. Januar per E-Mail (info@kassel-marathon.de) für die Eon-Verlosung bewerben. Weitere Infos zum Marathon vom 20. bis 22. Mai 2011 auf www.kassel-marathon.de

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