Vergleichsweise wenig Besucher

Viele Jüngere kamen zur Erotikmesse

Kassel. Eine Gruppe junger Männer vergleicht am Ausgang die mit der Kamera geschossenen Trophäen auf den kleinen Monitoren: spärlich bekleidete Playmategirls und barbusige Tänzerinnen.

Am frühen Samstagabend füllt sich die Messehalle langsam. Es sind überwiegend jüngere Leute, darunter viele Paare, die die Erotikmesse "Eros & Amore" am Wochenende besuchen.

„Die kommen vor allem, um die Bühnenshows zu sehen und was zu trinken“, sagt ein Aussteller aus Marburg. Seine aus Holland importierte Damenwäsche werde er hier kaum los. „In Düsseldorf oder Stuttgart läuft es zehnmal besser“, berichtet er. Seine Kunden seien meist älter: zwischen 35 und 65 Jahre alt.

Auch Elmar Thüry langweilt sich an seinem Stand. Seine in „leidenschaftlicher“ Handarbeit gedrechselten „Waldmichelsholdi“ finden an diesem Abend kaum Absatz. Die Besucher seien etwas scheuer als in anderen Messestädten, hat er beobachtet. Kassel sei vielleicht doch eher ein Dorf, und viele wollten wohl nicht beim Kauf von Erwachsenenspielzeugen gesehen werden, mutmaßt der Odenwälder.

Davon gibt es reichlich Auswahl. Wer will, kann sich enthaaren, piercen, tätowieren oder massieren lassen. Oder an der Bar einen der Cocktails mit anzüglichen Namen wie „Pina Viagra“ genießen.

Ob die Erotikmesse auch im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, weiß Veranstalter Ferdinand Liendl noch nicht. Er rechnete mit rund 4000 Besuchern von Freitag bis Sonntag. Das sei nach Gießen das schlechteste Ergebnis. (hei)

Bilder von der Erotikmesse

Erotikmesse zu Gast in Kassel

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