Kilometerlange Umleitung

Gefangen im Stadtteil Jungfernkopf: Baustellen ärgern Anwohner

Der Allgemeinmediziner Dr. Sven Dallmann an der Baustelle bei Tegut am Jungfernkopf.
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Kann die Situation nicht nachvollziehen: Der Allgemeinmediziner Dr. Sven Dallmann an der Baustelle bei Tegut. Von dort ist es derzeit nicht möglich, mit dem Auto direkt wieder Richtung Harleshausen zu fahren.

Wer derzeit vom Jungfernkopf mal schnell ins benachbarte Harleshausen fahren möchte, hat es schwer. Zwei Baustellen im Stadtteil machen das unmöglich. Es bleibt nur eine kilometerlange Umleitung oder der Weg über Nord-Holland. 

Kassel - Sven Dallmann bezeichnet sich selbst als Ureinwohner des Jungfernkopfs, aber so etwas hat er auch noch nicht erlebt. Der Allgemeinmediziner hat seine Praxis mitten im Stadtteil, im Schnitt einmal am Tag ist er allerdings auch in Harleshausen tätig – dort macht er Hausbesuche. Das Problem derzeit ist allerdings: Es ist verdammt schwer, in den benachbarten Stadtteil zu kommen. Dallmann nennt die Situation sehr ärgerlich.

Sie hat mit zwei Baustellen zu tun, die es fast unmöglich machen, mit dem Auto den Jungfernkopf zu verlassen. Eine Leserin schreibt, die Menschen vor Ort fühlten sich eingesperrt. Dallmann kann das aus vielen Gesprächen mit seinen Patienten bestätigen. „Die Lage schränkt die Menschen hier massiv ein.“

Die Sache ist die: Am Tegut ist eine kleine Baustelle eingerichtet – als Teil umfangreicher Kanalarbeiten, die bis März 2021 dauern sollen. Diese kleine Baustelle hat zur Folge, dass niemand mehr vom Parkplatz des Supermarktes einfach so wieder auf die Obervellmarer Straße und somit nach Harleshausen fahren darf. Er muss eine mehr als vier Kilometer lange Umleitung in Kauf nehmen, die durch das Wohngebiet und über Vellmar führt.

Alternativweg nach Harleshausen ebenfalls gesperrt

Das allein stellt für viele schon eine Zumutung dar. Aber damit ist es nicht getan. Der Alternativweg nach Harleshausen über den Frasenweg ist derzeit nämlich auch gesperrt – Bauarbeiten. Hier wird in einem Teilbereich das Kopfsteinpflaster durch eine Asphaltoberfläche ersetzt. Außerdem verlegen die Städtischen Werke Glasfaserleitungen und Kabel, was bedeutet: Es gibt auch hier kein Durchkommen mehr mit dem Auto. Den Fahrern bleibt somit nur noch eine Möglichkeit – die über die Schenkebier Stanne. Wer allerdings nur kurz mal vom Jungfernkopf nach Harleshausen möchte, für den kommt diese Alternative kaum infrage, wenn er nicht gerade Spaß an Weltreisen hat.

Die Stadt bezeichnet es als „objektiv tatsächlich schwierig“, dass die beiden Baustellen zeitlich aufeinandertreffen. Sie spricht von einer ungünstigen Verkettung von Randbedingungen, ohne dies genauer zu beschreiben. Sie verspricht aber Besserung: „Der Vorgang wurde zum Anlass genommen, bei den internen Kontrollmechanismen nachzusteuern.“

Sperrung vom Frasenweg ab 17. Juli wieder frei sein

Immerhin: Der Frasenweg soll Ende kommender Woche (17. Juli) wieder frei sein. Was die Baustelle am Tegut betrifft, so müssen sich die Autofahrer länger gedulden. Bis Mitte August soll die konkrete Situation anhalten. Heißt: An der Verkehrsführung wird nichts geändert – keine Bedarfsampel, keine andere Lösung. Für Sven Dallmann ist das nicht nachvollziehbar. Er berichtet davon, dass gerade am Wochenende so mancher die Umleitung einfach ignoriert und mal schnell vom Tegut auf die Obervellmarer Straße fährt. Das ist aber nicht nur verboten, sondern vor allem sehr gefährlich.

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