HNA-Serie: Die kennt doch jeder

Gute Laune im Stadtteil: Manuela Köhler trägt Briefe und Pakete am Jungfernkopf aus

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Ihr Job zaubert ihr ein Lächeln auf die Lippen: Postzustellerin Manuela Köhler hat Spaß bei der Arbeit am Jungfernkopf.

Kassel. Das Lächeln kommt hier per Post: Manuela Köhler trägt am Jungfernkopf Briefe aus. Wir stellen sie in unserer Serie "Die kennt doch jeder" vor. 

Eine schmale, kleine Frau mit braunen Locken läuft geschäftig zwischen einem Rollcontainer und einem Postauto hin und her. Die schwarz-gelbe Kappe auf ihrem Kopf passt zur Weste, sogar die schwarzen Schuhe haben an der Seite gelbe Streifen: Das ist Manuela Köhler, während sie gut gelaunt Kisten voller Briefe und Pakete in ihrem gelben Auto verstaut.

„Es ist einfach mein Traumberuf, schon als Kind wollte ich bei der Post arbeiten. Es ist toll, eigenständig zu arbeiten und Kunden mit Briefen und Paketen glücklich zu machen.“ Die Post stellt sie bereits seit 1998 zu. „Mit den 20 Jahren, die ich bei der Post bin, bin ich ja noch ein junges Häschen, manche meiner Kollegen arbeiten schon seit 40 Jahren hier“, erzählt die 51-Jährige.

Nicht nur der Job allein macht Köhler Spaß: „Es herrscht einfach ein tolles Betriebsklima, das kann man gar nicht anders sagen. Wir helfen uns gegenseitig, wo wir können.“ Das merkt man auch, wenn man das bunte Treiben auf dem Vorplatz des Standortes in der Wolfhager Straße beobachtet: Obwohl jeder sein Auto mit teilweise riesigen Paketen beladen muss, scheint immer noch Zeit für einen kleinen Plausch zu sein.

Seit einem Jahr trägt die gebürtige Kasselerin die Post am Jungfernkopf aus. Sie liebt diesen Stadtteil: „Es ist eine wunderschöne Gegend mit lieben, netten Menschen, und es wird nie langweilig, weil man immer eine neue Herausforderung hat.“

Die Kunden kennt sie fast alle persönlich. Sie weiß genau, wem welches Auto oder welcher Hund gehört: „Am Auto erkennt man schon, wer da ist, da freue ich mich immer, denn ich will die Kunden ja glücklich machen und ihnen den Extraweg zur Poststelle ersparen. Manche strahlen über das ganze Gesicht, wenn sie ihr Paket endlich in den Händen halten“, sagt sie.

Und was macht sie, wenn Kunden mal nicht so freundlich sind? „Man muss einfach immer lächeln, dann wird auch alles gut. Ich bin schon bekannt dafür, dass ich immer lächele“, sagt sie, und in ihrem Gesicht bilden sich überall kleine Lachfalten.

Dem Klischee des kurzangebundenen Postboten entspricht Köhler überhaupt nicht. Andere Klischees scheinen aber zu stimmen: „Öfters kommen die Kunden verschlafen an die Tür und reiben sich noch die Augen oder streichen sich das wirre Haar aus der Stirn. Manchmal haben sie sich nur schnell ein Handtuch umgelegt und stehen tropfend in der Tür. Ich habe auch schon bei jemandem geklingelt, und plötzlich rief es aus dem gekippten Badezimmerfenster: Moment bitte, ich stehe gerade noch unter der Dusche“, plaudert Manuela Köhler aus dem Nähkästchen.

Sie trägt sowohl Pakete als auch Briefe aus. Früher benutzte sie das Rad, heute stellt sie die Post mit dem Auto zu: „Der Weg macht mir nichts aus, ich finde es sogar schade, dass ich nicht mehr mit dem Rad unterwegs bin“, sagt sie. Aber natürlich gibt es auch mal Tage, an denen Manuela Köhler nicht so gut drauf ist, dann macht die Arbeit auch nicht so viel Spaß: „Deshalb hab ich immer gute Laune – egal, was der Tag bringt.“

In der HNA-Serie stellen wir bekannte Gesichter aus der Stadt vor. In vorigen Teilen haben wir Anke Schramm-Fröhlich vom Edeka Todenhöfer, André Werth und sein Arbeitsplatz an der Tiefgarage unterm Friedirchsplatz, Stadtreiniger Wolfgang Wagner und Andrea Ebel vom Café Nenninger vorgestellt.

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