Ortsbeirat hakt nach

Illegale Rodung am Jungfernkopf hat ein Nachspiel

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Schneise durch geschützten Baumbestand geschlagen: In dem Bereich, der zur Straße „Bei den Weidenbäumen“ führt, wurden 480 Quadratmeter zu viel gerodet.

Jungfernkopf. Nach dem Kahlschlag am Nordendweg Mitte Februar fordert der Ortsbeirat Jungfernkopf einstimmig ein Nachspiel. Die Stadt soll sich nun erklären.

Die Deutsche Reihenhaus AG hat im Zuge der Vorbereitung des Neubaugebiets am Nordendweg einem schmalen Streifen zwischen der Gleistrasse der Deutschen Bahn und dem vorhandenen Wohnquartier versehentlich gerodet. Es handelt sich um ein 480 Quadratmeter großes Areal mit einem Bestand von dünnen Bäumen, die die Untere Naturschutzbehörde zuvor als besonders schützenswert erachtet hat.

Der Ortsbeirat Jungfernkopf hat während seiner jüngsten Sitzung auf Antrag der SPD einstimmig ein Nachspiel gefordert: Die Stadt soll erklären, warum die Arbeiter bei den Baumfällarbeiten nicht von der Naturschutzbehörde oder der Bauaufsicht überwacht wurden und welche Konsequenzen sie aus dem Fall ziehen wird. Außerdem solle der Magistrat erklären, wie er künftig solche Fälle illegaler Rodungen vermeiden will.

2018 soll alles fertig sein: 27 Reihenhäuser sollen auf dem schmalen Grundstück entlang der ICE-Strecke am Jungfernkopf entstehen. Die Nachfrage nach den Häusern ist laut Deutscher Reihenhaus AG bereits groß.

Die Anfrage des Ortsbeirats zielt auch darauf ab, ob die Stadt auch jetzt noch die Erschließung und spätere Zufahrt über den Nordendweg aufrechterhalten will. Denn das Gremium hält eine Zuwegung von Norden, über die Straße „Bei den Weidenbäumen“ für sinnvoller. Anwohner hatten sich beschwert, dass bei einer Zufahrt durch den Nordendweg das Wohnquartier zusätzlich mit Verkehr belastet werde.

Nun ist genau dieser Bereich einer möglichen nördlichen Zufahrt zum Baugebiet abgeholzt worden. Der Ortsbeirat will erneut wissen, wie die Naturschutzbehörde die Schutzwürdigkeit dieses Bereichs begründet. Das entsprechende Gutachten hatte das Gremium schon im November 2016 angefordert. Ein Anwohner des Neubaugebiets beschwerte sich in der Sitzung, die Baufahrzeuge verschmutzten, beschädigten und blockieren die Straßen im Quartier. Das gebe für Rettungsfahrzeuge Probleme.

Anfrage zu Kita und Hort

Einstimmig forderte der Ortsbeirat den Magistrat auf, zur Zukunft der Kita und des Horts in der Wegmannstraße Stellung zu nehmen. Hintergrund ist, dass die Ortsbeiratsmitglieder glauben, dass infolge des Zuzugs junger Familien in die Neubaugebiete an der Nordendstraße und des Feldlagers die Kita an ihre räumlichen und personellen Grenzen stoßen wird. Ursprünglich wollte die SPD sogar auf eine schon bestehende Überlastung der Kita hinweisen. Diese wollte die Leiterin Inge Volkmann aber nicht bestätigen.

Der Ortsbeirat fordert außerdem eine Bestätigung der Stadt, dass sie im Zuge des geplanten Neubaugebiets an der Niederfeldstraße weiterhin keine Verkehrsverbindung zwischen Wolfhager Straße in Harleshausen und Wegmannstraße im Jungfernkopf plant. Die Durchfahrt auf der Straße „Zum Feldlager“ ist mit Pollern versperrt. Der Ortsbeirat fürchtet bei Öffnung Schleichverkehr von der Wolfhager Straße zum Jungfernkopf.

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