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Kassels Nachwuchsschmiede für Akkordeon: Vier Schüler bei „Jugend musiziert“ erfolgreich

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Von: Katja Rudolph

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Das Bild zeigt die Akkordeomschüler Theodor Parthey (von links) und Devin Budak (beide 10), Dian Malkus (8) und Deven Schulz (13) mit ihrem Lehrer Dirk Hennemann am Jungfernkopf
Erfolgreiche Jung-Akkordeonisten: Theodor Parthey (von links) und Devin Budak (beide 10), Dian Malkus (8) und Deven Schulz (13) mit ihrem Akkordeonlehrer Dirk Hennemann. © Dieter Schachtschneider

Vier erste Preise auf einen Streich: Die Schüler des Kasseler Akkordeonlehrers Dirk Hennemann haben bei „Jugend musiziert“ abgeräumt - mit einem Instrument, das unter Kindern und Jugendlichen Seltenheitswert hat.

Kassel – Die besten Jung-Akkordeonisten Nordhessens lernen am Kasseler Jungfernkopf: Gleich vier Schüler von Akkordeonlehrer Dirk Hennemann haben beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ einen ersten Preis bekommen. Zwei haben sich auch für den Landeswettbewerb qualifiziert. Theodor Parthey und Devin Budak, beide zehn Jahre alt, werden am 25. März in Schlitz in die nächste Runde gehen.

Für den achtjährigen Dian Malkus aus Dörnberg war trotz sehr guter Bewertung altersbedingt nach der Regionalrunde Schluss. Für den 13-jährige Deven Schulz aus Lohfelden fehlten nur wenige Punkte zum Weiterkommen.

Hennemanns private Musikschule ist damit so etwas wie eine Kaderschmiede für den Akkordeon-Nachwuchs. Denn seine vier Schüler waren die einzigen, die im Regionalwettbewerb mit Akkordeon angetreten sind. Auch beim Landeswettbewerb gibt es in der Altersgruppe von Theo und Devin nur einen weiteren Teilnehmer. Der Musiklehrer aus Kassel hingegen hat eine lebendige Jugendarbeit aufgebaut: In seinem Kinder- und Jugendakkordeonorchester „Tastenflitzer“, das vor der Pandemie regelmäßig in Seniorenheimen aufgetreten ist, spielen bis zu 20 Mädchen und Jungen mit. Auch ein Akkordeonorchester für Erwachsene hat er am Jungfernkopf aufgebaut.

Verrufen als Quetschkommode, Schifferklavier oder Instrument nur für Volkstümliches sei das Akkordeon lange tot gewesen, sagt Dirk Hennemann. Aber in den vergangenen 15 Jahren habe sich viel getan, und es gebe inzwischen auch eine Menge zeitgemäße Literatur für Kinder. „Aber natürlich kann man auch schöne Schnulzen spielen“, sagt er und lacht.

Devin Budak, der bei Dirk Hennemann zunächst mit Klavier angefangen hatte, ist inzwischen auf Akkordeon umgestiegen. „Jetzt übe ich auch viel mehr“, sagt der Zehnjährige. Er finde das Instrument toll, weil es etwas Besonderes sei und weil es so schön klinge. Dian, der im Kindergartenalter ein Video mit Akkordeonmusik guckte und von da an Unterricht haben wollte, hat mit seinen acht Jahren schon einen bemerkenswerten musikalischen Ausdruck. Es sei faszinierend, Kinder bei ihren Fortschritten zu begleiten, und „rauszulocken, was in ihnen steckt“, sagt Hennemann, der beim Erklären und Üben auch mal Bären und Vögel auf die Tasten verlegt.

Der gebürtige Kasseler, der seit über 35 Jahren als selbstständiger Instrumentallehrer arbeitet, ist Autodidakt. Aus einer Arbeiterfamilie stammend, hatte er zwar früh Musikunterricht, ein Studium kam aber nicht in Frage. Stattdessen lernte er Konditor im damaligen Café Bachmann in Harleshausen. Doch seine Leidenschaft für den musikalischen statt süßen Genuss war stärker. Hennemanns Einser-Schüler geben ihrem Lehrer übrigens auch Bestnoten: „Besonders gut macht er Quatsch“, sagt Dian, „und witzige Gesichter, wenn man sich verspielt.“ Auch das gehört dazu, um den Spaß an der Musik zu wecken. (Katja Rudolph)

Kontakt: dirkhennemann@unitybox.de

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